Full text: Hessenland (37.1925)

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stellte, Fulda und Weser mit einem durch 
Schaufelräder getriebenen Fahrzeuge zu be 
fahren, — die Dampfmaschine einzubauen, war 
für später vorbehalten, — aber die Mündener 
Schiffer zerstörten das Fahrzeug. Um das 
sich auch in diesem Falle so peinlich auswir 
kende Mündener Stapelrecht für Hessen aus 
zuschalten, legte Landgraf Karl von Hessen 
die Stadt Karlshasen an, die er auch durch 
einen Kanal mit Kassel und weiterhin mit dem 
Rheine zu verbinden gedachte. Die Spuren 
dieses Kanals sind noch heute erkennbar. 
Der siebenjährige Krieg schädigte den Handel 
mehr als die Schiffahrt, die mit der Beförde- 
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nach 
Beendigung der Napoleonischen Kriege, waren 
der Leinpfad und seine Benutzung noch immer 
das Schmerzenskind der Schiffer; man rech 
nete, daß bei allgemeiner Durchführung des 
Leinenzuges mit Pferden die Strecke von 
Bremen nach Münden bei kleinem Wasser in 
achtzehn Tagen durchfahren werden könne, 
gegen dreißig Tage beim Zuge durch Men 
schen. Dazu wechselte der Leinpfad noch 1816 
vierundzwanzigmal das Ufer, hinzu kam die 
fernere Erschwerung des Verkehrs durch 22 
Zollstätten zwischen Münden und Bremen. 
Diese Zollstätten bestanden in gleicher Zahl 
Die Fulda bei Kassel. Im Vordergründe ein Marktschiff. 
(Nach dem Stich von Kobold 17V.) 
rung von Truppen, Kriegsgerät und Proviant 
sogar sehr gute Geschäfte machte. Ta die Größe 
der Fahrzeuge seit dem Schleusenbau bei 
Hameln wuchs, verringerte sich deren Zahl, sie 
betrug zwischen 1783 und 1785 nur 187, stieg 
aber dann bald wieder bis aus 280 an. 
Ein großer Teil des Handelsverkehrs ward 
im letzten Jahrzehnt des achtzehnten Jahr 
hunderts vom Rheine zur Weser abgelenkt, 
als die Koalitionskriege mit ihrer Blockade 
der holländischen Rheinmündungen diese ver 
schlossen. Man rechnet, daß der Gesamtwaren 
versand Mündens damals etwa 450000 Zent 
ner betrug, wovon etwa zwei Drittel aus den 
Speditionshandel entfallen. Während der Kon 
tinentalsperre sank auch der Wcserhandel fast 
auf Null. j 
schon im Jahre 1584, sie belasteten die Waren 
erheblich, besonders, solange der Zoll in natura, 
erhoben wurde. So wurden von einem Ohm 
Wein, das von Kassel bis Bremen ging, 18 
Quart ausgezapft, also beinahe der neunte 
Teil. Daß dieser Naturalzoll auch zu Fäl 
schungen Anlaß bot, erfahren wir aus einer 
Denkschrift des Stadtrates von Bremen an 
den dortigen Erzbischof Heinrich, der zugleich 
auch die Stifter Paderborn und Osnabrück 
innehatte: die Abgabe möge in Geld gewan 
delt werden. Aber auch für andere Waren 
waren die Zölle außerordentlich hoch, und der 
Erzbischof, der offenbar ein sehr guter Volks 
wirt war, ging bereitwillig aus den Antrag ein 
und begann Verhandlungen mit den übrigen 
Zollherren. Sie verliefen indessen resultatlos.
	        

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