Full text: Hessenland (37.1925)

Beuediktinerkloster beifügte, während er seinen 
Landsmann Wi11a int Jahre 741 znm Bischof 
ans dem nahen Büraberge bestimmte, der da 
mals wohl ein fester Königshof war. Nnr 
Witta und fein Nachfolger Megingoz, der zn- 
gleich anch Abt des Fritzlarer Klosters lvar, 
haben dort gewirkt, — dann ging das Bistnm 
ein, nnd nnr 
eine Wall 
fahrtskapelle 
nnd Reste der 
Befestigung 
mahnen hent 
noch an jene 
Tage, da dort 
ein Bischofs 
sitz sich erhob. 
Fritzlar da 
gegen blühte 
ans, der erste 
Abt feines Klo 
sters war der 
heilige Wig 
bert, nnd 
wenn anch die 
Kämpfe der 
Franken mit 
beit heidni 
schen Sachsen 
ihre Wogen 
bis nach hier 
brattden lie- 
ßen, so erholte 
sich doch das 
Kloster Fritz 
lar sehr bald, 
so daß dort 
im Jahre 786 
der dritte Erz 
bischof von 
Mainz ge 
wählt werden 
konnte. 
Als Über- 
gangspnnkt 
über die schnell 
dahinströmende E d d e r (sie führt ihren Namen 
als Adrana, die Schnelle, nnd es ist daher 
ein- Unsinn, wenn man heute versucht, diesen 
Namen gedehnt, Eder, zu schreiben), erwuchs 
anch der Ort als wichtiger Handelsplatz, der 
zugleich ein Anziehungspunkt für manche poli 
tische Aktion in den Tagen der deutschen Früh 
geschichte ward,— eine ganze Reihe von Reichs- 
Versammlungen find uns für Fritzlar bezeugt, 
so namentlich unter den deutschen Königen 
ans ottonifchem und falifchem Blute (953, 954, 
1074, 1078, 1079). 
In dieser Zeit verschwindet auch das Bene 
diktinerkloster, das durch ein Chorherrenstift 
abgelöst ward, und das Jahr 1078 sah eine 
Erstürmung der Stadt durch den Gegenkönig 
Heinrichs IV., 
Fritzlar. Blick von 
Rudolf von 
Schwaben. 
Mehr und 
mehr wuchs 
sich Fritzlar 
zu einem Zen 
tralpunkte der 
Macht des 
Kurfürsten 
von Mainz in 
Niederhefsen 
aus, — und 
das 13. Jahr 
hundert war 
der Beginn 
jenes Ringens 
um die Vor 
herrschaft im 
Hessenlande 
zwischen den 
Landgraf euzu 
Heffeuundden 
Kurfürsten 
von Mainz. 
Und immer 
stand Fritzlar 
im Brenn 
punkte derJu- 
tereffen, an 
gefangen mit 
dem furcht 
baren Kampfe 
von 1232, als 
Landgraf 
Konrad, der 
Schwager der 
hl. Elisabeth, 
mit stürmen 
der Hand sich der Stadt bemächtigte, bis zn 
dem Siege vom 23. Juli 1427 bei Euglis, nur 
wenige Kilometer südlich Fritzlar, wo Landgraf 
Ludwig der Friedfertige mit einem schnell zu 
sammengerafften Volksheere die Ritterschaft 
des Erzbischof-Kurfürsten Konrad von Mainz 
vernichtend schlug. Und später noch einmal, 
von den Tagen der Reformation bis zum Ende 
des dreißigjährigen Krieges, gruppierten sich 
der Spitalsbrücke. 
Photograph Eberth-Kassei.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.