Full text: Hessenland (37.1925)

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Malerisch ist das Bild der Stadt, die, die 
Front gen Süden gewandt, auf der Höhe des 
linken Edderufers aufsteigt, umkränzt von den 
Warten, die das Weichbild der Stadt deckten, 
beherrscht von dem St. Petersdom mit seinem 
Doppelhaupte, die Masse der Bürgerhäuser 
Gotische Monstranz im Frihlarer Domschatz. 
Photograph Eberth-Kaffel. 
umkränzt von den Wehrtürmen des Stadt- 
beringes, die noch meist gut erhalten sind. 
Nach West umrahmen die Berge, die zwischen 
Niederhessen und Waldeck die Grenzscheide aus 
machen, das Bild der Stadt,— südwärts breitet 
sich die wabersche Ebene aus, nach Ost und 
Nord aber grüßen die Häupter der Basalt 
Romanische Leuchter im Fritzlarer Domschatz. 
Photograph Eberth-Kaffel. 
kuppen, die dem Herzen des Hessenlandes ihr 
charakteristisches Gepräge geben. 
Das Herz des H e s s e n l a n d e s, das ist 
es, wo Fritzlar liegt. Und hier, wo nun Sankt 
Peters Dom aufragt, fällte der hl. Bonifatius 
die Donareiche, und wenn auch andere Stätten 
sich mit Fritzlar um die Ehre streiten, so spricht 
doch nicht nur die ganze Geschichte, sondern 
auch vornehmlich die innere Wahrscheinlichkeit 
für diesen Platz. Denn nirgends konnte der 
Apostel des Hessenlandes sein Werk besser krö 
nen, als in dieser Gegend, nirgends anders 
konnte das Hauptheiligtum Donars im Hessen 
lande liegen, als in dieser Gegend: etwa zwei 
Stunden nordwärts, an der Straße nach Kassel, 
liegt Gudensberg, die Kultstätte Wodans, und 
etwa zweieinhalb Stunden nach Nordwest Metze, 
das alte M a t t i u m, der Hauptort des Chatten- 
landes, über dem sich die durch dreifache Ring 
wälle gesicherte Altcnburg, eine Volksburg, er 
hob, deren Wichtigkeit für die Frühgeschichte 
des Landes die zu Beginn dieses Jahrhunderts 
durchgeführten Ausgrabungen erwiesen haben; 
und der Ort Geismar mit seiner heilkräftigen 
Quelle liegt nur eine knappe Wegstunde west 
wärts von Fritzlar. Dazu kommt, daß auf dem
        

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