Full text: Hessenland (37.1925)

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Louis Spohr als Geiger (etwa 1834). 
Aus „A?ilh. Speyer, Der Licderkomponist". Drei-Masken-Verlag, München. 
geregt, mit Forschungen über den 30jährigen Krieg be 
schäftigte. Zwei Teile seiner „Politik und Kriegführung 
Hessens im 30jährigen Krieg" sind in der „Zeitschrift des 
Hessischen Geschichtsvereius" (Band 53 und 54) er 
schienen, ein dritter Teil wird voraussichtlich im nächsten 
Jahre erscheinen. Diese, vielfach ganz neue Ergebnisse 
bringenden Forschungen gewinnen dadurch besonderen 
Reiz, daß hier einmal nicht der Fachhistoriker, sondern 
der alte Offizier auf Grund genauen Aktenstudiums an 
die Geschichte jener Zeit herangeht und die Erfahrungen 
der letzten Kriegs- und Nachkriegsjahre seinen Blick für 
so viele Ähnlichkeiten beider furchtbaren Kriege, beson 
ders für die Reibungen zwischen Verbündeten, das Äus- 
einandergehen politischer und militärischer Leitung, die 
Finanz- und Balutanöte, geschärft haben. Besonders 
hervorzuheben ist das feine Verständnis für die Psychologie 
der damaligen Soldateska und ihrer Offiziere sowie der 
damaligen Diplomaten und Landesfürsten. Von den 
Landgrafen Moritz und Wilhelm V. von Hessen hatte er 
eine von der bisherigen Betrachtung stark abweichende, 
aber unbedingt richtigere Auffassung. Außer diesen Ver 
öffentlichungen hat der Verstorbene mehrfach sehr inter 
essante Vorträge im Marburger Zweigverein des Hes 
sischen Geschichtsvereins gehalten, zu dessen treuesten Mit 
gliedern er gehörte. Auch in der Oberhessischen Zeitung 
und anderen hessischen Blättern sind mehrfach kleinere 
Arbeiten aus seinen Forschungen erschienen. Er war ein 
treuer Sohn seines Hessenstammes, ein aufrichtiger Christ 
und Freund seiner Kirche, ein selten gütiger Mensch. 
Walter Kürschner. 
Am 28. Februar verstarb in Kassel hochbetagt der letzte 
ehemalige kurfürstlich hessische Leibjäger Arnold C o r- 
n e l i u s. Er gehörte einer alten hessischen Forstmanns 
familie an, die dem hessischen Staat viele tüchtige Be 
amte geschenkt hat. Er wurde geboren am 31. August 
1840 in Wippershain, Kreis Hersfeld, als Sohn des kur 
hessischen Revier- und Brigadierförsters Georg Wilhelm 
Cornelius, trat am 20. März 1858 als Jäger in das 
kuxhessische Jägerbataillon, ward 1862 als gelernter 
Jäger in den überplanmäßigen Stand gesetzt und war 
oft beim Vater in Rothensee bei Hersfeld zur Aushilfe. 
Am 1. März 1865 wurde er von Kurfürst Friedrich Wil 
helm von Hessen zum Leibjäger ausgewählt und verblieb 
in dieser Stellung noch bis zum 9. Juli 1867. Damit 
war auch seine Laufbahn und Anwartschaft im Staats 
dienst beendigt, denn eine ihm auch später noch angebotene 
Stelle im niederen preußischen Forstdienst lehnte er ab. 
Arnold Cornelius war nun auf sich allein angewiesen. 
Er arbeitete zunächst ein Jahr bei einem Geometer in 
Hersfeld, erlernte dann bei einem Oheim Georg Carl 
Cornelius in Gilsa die Landwirtschaft, danach war er 
Gutsverwalter aus dem Leehos bei Zimmersrode. An 
fangs 1870 pachtete er das Gut Heißenstein, Kreis Hün- 
seld, 1872 war er Administrator auf der Engelsburg 
bei Neuhos (Kreis Fulda), heiratete am 2. 6 . 1872 Wil 
helmine Eggers (geb. 5. Januar 1849, gest. 21. Ok 
tober 1920). Von 1874—1884 hatte er eine Mühle und 
Hof in Waltersbrück bei Zimmersrode gepachtet, zog 
dann, um feinen Kindern die höheren Schulen in Kassel 
zugänglich zu machen, als Bersicherungsbeamter nach 
der beste deutsche Gebrauchswagen 
6|20 PS. 
Generalvertretung: 
Motorwagen-Handelsgesellschaft m. b. H. 
Kassel, Opernstraße 5—7
        

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