Full text: Hessenland (37.1925)

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fähigkeit, in den neunziger Jahren ward eine 
Maximalgröße von 450 Tons erreicht, und 
sie gab die Schleusenausmaße ab für die 1895 
eröffnete Strecke der unteren Fulda. Doch ist 
diese heute total veraltet, der Umbau war schon 
bewilligt, da mußte aus Spargründen ab 
gebrochen werden. Jetzt darf man das 700- 
Tonsschiff als das bis Hann. Münden ver 
kehrende Fahrzeug ansprechen, doch muß das 
Ziel sein, den Verkehr später von Bremen bis 
Kassel mit dem 1000-Tonsschiff durchzuführen. 
Schlitten auf geneigter Ebene vergleichbar, zu 
Tal; nicht aber, wie oft der Laie meint, nur 
im Strome, da dann ja jede Steuerung auF 
hörte. An ruhigen Stellen, z. B. im Stau des 
Hamelner Wehres, muß gestaakt werden, doch 
macht der Fortfall der motorischen Kraft bei 
der Talfahrt auch noch die halbe oder Drittel 
ladung einigermaßen rentabel. Natürlich bleibt 
der Ausbau der Wasserstraße für eine dauernde 
Benutzbarkeit durch das 1000-Tonsschiff mit 
voller Ladung das allein erstrebenswerte Ziel. 
Flaggen des letzten Eschweger Handelsschiffes. 
Am ersten April 1896 ward eine einheitliche 
Weserstrombauverwaltung eingerichtet, deren 
Chef der Oberpräsident in Hannover ist. 
Der Ausbau der Talsperren im Quellgebwt 
der Weser, von denen die Eddertalsperre im 
Jahre 1914 vollendet und 1924 die kleine 
Diemelsperre bei Helmighausen fertiggestellt 
ward, sichern eine geregelte Wasserführung 
während der trockenen Jahreszeit, und der 
Flußschlauch ist zunächst soweit durchkorrigiert, 
daß er einen guten und geregelten Verkehr 
gestattet, wenn auch natürlich manche Wünsche 
noch zu erfüllen sind. 
Erwähnt mag hier noch sein, daß eine Eigen 
art des Weserverkehrs auf dem starken Gefälle 
des Stromes beruht. Die Schlepperei erfolgt 
nur zu Berg, talwärts gleiten die Fracht 
schiffe wie die Flöße unter eigenem Druck, dem 
(Eschweger Heimatmuseum.) 
Zum Schlüsse seien noch einige Ziffern mit 
geteilt, die einen Überblick gestatten über die 
auf der Weser in den letzten Jahrzehnten be 
förderten Gütermengen: 
Es wurden befördert: 
im Jahre 
bergwärts 
talwärts 
1885 
65 268 
Tons 
72 146 
Tons 
1895 
149 350 
231 307 
1900 
275 876 
379 041 
1905 
294 660 
382 107 
n 
1910 
366 591 
762 045 
1916 (Kriegsjahr) 
350 394 
569 922 
,, 
1918 dö. 
355 283 
785 330 
1921 (sehr trocken) 
287 912 
389 200 
Deutlicher als 
jedes 
weitere 
Wort 
zeigen 
diese Ziffern, welche stets steigende Bedeutung 
für unser deutsches Wirtschaftsleben die Weser 
hat und welche Möglichkeiten sich hier bei einer 
weiteren Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit 
eröffnen.
        

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