Full text: Hessenland (31.1917)

H.m(y(R>KASAEL 
Hessisches Heimatsblatt 
Zeitschrift für hessische Geschichte, Volks- und Heimatkunde, Literatur und Kunst 
Nr. 23/24. 
31. Jahrgang. 
Dezember-Doppelheft 1917, 
General von Loßberg. 
Von Professor Dr. Georg Wegen er*). 
Ein Anzeichen für die Ungewöhnlichkeit der 
Laufbahn dieses Mannes liegt schon darin, daß 
er bereits in seinen Jahren den Generalsrang er 
worben hat. Friedrich Karl von Loß 
berg wurde am 30. April 1868 in Homburg vor 
der Höhe geboren. Er stammt aus einem kuv- 
hessischen Soldatengeschlecht. Sein Vater, Viktor 
von Loßberg, war zuletzt Generalmajor und Bri 
gadekommandeur. Seine Gattin Clemence ist eine 
geborene Herwarth von Bittenfeld. Am 23. Ja 
nuar 1886 trat er als Fahnenjunker in das 2. 
Garde-Regiment zu Fuß ein, wurde als Oberleut 
nant, von 1898—1900 zur Dienstleistung beim 
Großen Generalstab kommandiert, 1900 in diesen 
versetzt, dann in den Generalstab des XIV. Armee 
korps. 1903 war er Kompagniechef im Infanterie- 
Regiment 114; 1905 im Generalstab der 19. Divi 
sion; 1907 als Major militärischer Lehrer an der' 
Kriegsakademie; 1910 im Generalstab des XVII. 
Armeekorps; 1912 Bataillonskommandeur im In 
fanterie-Regiment 94; 1913 Oberstleutnant und 
*) Prof. Dr. Wegener, der von der „Köln. Ztg." 
auf den westlichen Kriegsschauplatz entsandte Bericht 
erstatter, bietet in seinen „Führern der Schlacht in Flan 
dern" die hier mitgeteilte ausgezeichnete Charakteristik 
des verdienstvollen hessischen Generals. 
Chef des Generalstabs des XIII. Armeekorps. Als 
solcher ruckte er ins Feld. Im Januar 1915 wurde 
er zum „Abteilungschef beim Stabe des Chefs 
des Generalstabs des Feldheeres" ernannt, d. h. 
er kam in das Große Hauptquartier und wurde 
dort einer der höheren Mitarbeiter der Obersten 
Heeresleitung. Wir Kriegsberichterstatter wohnten 
damals an demselben Ort, und schon zu jener Zeit 
wurde uns sein Name als der eines ungewöhnlich 
tüchtigen Generalstabsoffiziers von großer Klar 
heit und Bestimmtheit bekannt. Ende Juli 1915 
wurde er Oberst, und zwei Monate später begann 
der Teil seiner Laufbahn, der sie als außerordent 
lich erscheinen läßt. 
Am 25. September 1915 setzte nach viertägigetn 
Trommelfeuer der Riesenstoß der Joffreschen 
Herbstoffensive in der Champagne ein, mit einer 
Massenwucht, wie sie bis dahin unerhört gewesen 
war. Wohl hatten wir das Kommen dieser Schlacht 
vorausgesehen, aber doch nicht den ganzen Umfang 
des Unternehmens. Erst im Verlauf des Kampfs 
selbst Haben wir ganz erkannt, wie glänzend, in 
seiner Art fast genial^ der Plan der großen Offen 
sive entworfen, und mit welch einer, den Franzosen 
kaum zugetrauten Sorgfalt er vorbereitet war, 
bis in alle möglichen Einzelheiten hinein. Wir 
Z. XI
	        
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