Full text: Hessenland (29.1915)

la pellicule qui s’y est formée dessus, l’eau claire 
comme cristal qui est dessous. Remède souverain 
pour mille maux cruels et obstinés que rien n’a pu 
guérir. Il faut simplement s’en bassiner la partie 
malade fort souvent dans la journée. Pour les yeux 
particulièrement on ajoute dans une tasse de cette 
eau quelques gouttes d’eau de fenouil, et d’eau de 
la reine de Hongrie, qui y doivent être mêlées.“ 
„Jch füge anbei meine eifrigsten Wünsche fur 
die vollkommene Wirkung dieser heilsamen Sache 
auf Jhre Augenlider." 
Ain 20. März 1782 gibt er Anweisungen zum 
Gebrauch des Elixirs: 
„Das Augenwasser werden Sie bloß mit einem 
runden Federkiel, den Sie eintauchen, im Auge 
tropfenweis tun; ein wenig klignotieren 5 ), und es 
wird Ihnen zwar ein bißchen beißen vielleicht, aber 
recht wohl tun. Ein paar Tröpfchens sind genug 
jedesmal." 
5) clignoter — zwinkern. 
^Fortsetzung folgt.) 
Der Steinsarg von Leuhewarten. 
Bon Wilhelm Lange. 
Die mannigfach wechselnden Bestattungsformen 
der Vor- und Frühgeschichte haben bekanntlich mit 
der Ausbreitung des Christentums an vielen Orten 
eine durchgreifende Änderung erfahren, weil einmal 
ein Wechsel in den Vorstellungen vom jenseitigen 
Leben eingetreten war und anderseits die Ver 
brennung der Toten, in Wirklichkeit nur ein Vor 
recht der Reichen, von Kirche und Staat als heid 
nische Sitte angesehen und streng bestraft wurde. 
Dies Verbot erstreckte sich also nicht auf das ge 
samte Volk, sondern nur auf die vornehmeren 
Klassen; die große Masse war schon jahrhunderte 
lang in Erdgräbern bestattet und blieb demnach 
von der Umwälzung unberührt. Jetzt wurde dieser 
Gebrauch nur allgemein und ist erst in jüngster 
Zeit infolge der vermehrten Anlage von Kremato 
rien mehr oder weniger durchbrochen. Die uralte 
Sitte, hervorragenden Personen noch im Tode eine 
besondere Ehre zu erweisen, blieb jedoch bestehen, 
und so setzte man die Gründer der ersten christ 
lichen Niederlassungen in den Kirchen selbst, in 
zu diesem Zweck vorgerichteten Gruftkapellen unter 
dem Hauptaltar bei, ein Gebrauch, der im Laufe 
der Zeit auch auf Personen weltlichen Standes 
ausgedehnt wurde und zur Folge hatte, daß die 
anfangs engen Krypten schließlich einen nicht un 
bedeutenden Raum in den Kirchen einnahmen. 
Wie wir nun aus Franken- und Alemannen 
gräbern wissen, begrub man in der ersten Periode 
nach Einführung des Christentums die Toten in 
eine Tierhaut und dergleichen gehüllt, in aus 
gehöhlten Baumstämmen oder kastenförmigen Holz 
särgen, Äbte, Bischöfe, Fürsten usw. wurden da 
gegen während der ganzen karolingischen und roma 
nischen Zeit, bis tief in die frühgotische Periode 
hinein nicht in den vergänglichen Holzsärgen, son 
dern in steinernen Särgen beigesetzt. 
_ Diese Steinsärge sind vielfach wirkliche Stein 
kisten und aus einen: Block gehauen, mit glatten 
Jnnemvänden und einem steinernen Deckel, wie 
er sich auf den älteren Darstellungen der Auf 
erstehung findet; sie gelangen ziemlich häufig zur 
Beobachtung, sehr selten dagegen ist die Form des 
Doppelsarges, wie ein solcher hinter dem Krypten 
altar der St. Michelskirche in Fulda steht. Der 
Erbauer dieser Kirche, Abt Eigil ('s 822), ist nach 
der damaligen Sitte in diesem.Sarg beigesetzt, 
dessen andere Hälfte dem Irländer Animched ein 
geräumt wurde. Neben diesen wirklichen Stein 
kisten her gehen dort, wo größere Steinblöcke nicht 
zu haben sind, diejenigen Steinkisten, die aus 
Platten zusammengesetzt oder gemauert werden: 
ein solches Grab wurde in meiner Gegenwart auf 
der Nordseite der Klosterkirche von-Breitenan mit 
sehr wohlerhaltenem Skelett aufgedeckt. 
Den besprochenen Sargformen ganz neu gegen 
über tritt jedoch schon früh jene Art des Stein 
sarges, die sich den Formen des menschlichen Kör 
pers anpaßt, und-uns in Grabstätten von Fulda, 
Hersfeld, Hünfeld, Fritzlar, Roßdorf, Hirsau, Halle, 
Merseburg, Braunschweig, Speyer, Worms, Heil 
bronn, Lorsch u. a. O. erhalten ist. In Einzel 
heiten weichen die verschiedenen Steinsärge vielfach 
von einander ab: so hat der Sarg entweder senk 
rechte oder schräge Außenwände, während die Größe 
selbst sich nach der Leiche richtet. In Schulter- 
und Hüftlage ist er am breitesten. Die Innen 
wände sind ebenso wie die äußeren entweder senk 
recht oder schräg, zuweilen auch gehöhlt, dagegen 
ruht der Kopf stets in einer besonderen Höhlung, 
die wiederum große Verschiedenheit in der Behand 
lung zeigt. Im Boden oder in einer Seitenwand 
befindet sich ein rundes Loch zur Ableitung der 
Zersetzungsflüssigkeit. Der Deckel des Steinsarges 
besteht aus einer großen Platte, die meist glatt, 
zuweilen auch flach dachförmig ist und hier und 
da eingegossene eiserne Heberinge aufweist. Diese 
Särge sind fast immer bis zu ihrem oberen Rand 
in die Erde gebettet, der Deckel liegt unmittelbar 
unter dem Fußboden der Kirche oder des Kirch-
        

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