Full text: Hessenland (29.1915)

1660 goß Guido Mouginot eine Glocke für die 
katholische Kirche in Mardorf, Kreis Kirch- 
hain. 
1661 gössen Meister Johann und Christoph Klei 
mann aus Lemgo eine Glocke für Segelhorst, 
Grafschaft Schaumburg; 1662 eine Glocke 
für Weihbeck, Grafschaft Schaumburg. 
1665 goß Johann Maillart eine Glocke für Heldra, 
Kreis Eschwege. 
1666 goß Mattheus Thenel aus Schmalkaldcn eine 
Glocke für Haimbach, Kreis Fulda. 
1669 goß Joh. Ulrich aus Homberg eine Glocke 
für Ungedanken, Kreis Fritzlar; 1674 eine 
Glocke für Niederurf, Kreis Fritzlar; 1676 
eine Glocke für Helsa, Kreis Kassel-Land; 
1682 eine Glocke für Neumorschen, Kreis 
Melsungen; 1681 für Hesserode, Kreis Mel- 
sungen; 1678 für Niedervorschütz, Kreis Mel 
sungen; 1691 für Binsförth, Kreis Mel 
sungen; 1699 für Elfershausen, Kreis Wei 
sungen zwei Glocken; 1694 für Heßlar, Kreis 
Melsungen; 1700 für Connefeld und Nieder- 
möllrich, Kreis Melsungen je eine Glocke. 
1671 goß Johann Roth eine Glocke für Kirchbracht, 
Kreis Gelnhausen. 
1675 goß Henrich Dörr aus Hanau eine Glocke 
für Altenhaßlau, Kreis Gelnhausen. 
1678 goß Bastian Wiegandt aus Mühlhausen eine 
Glocke für das Rentereigebäude in Eschwege. 
1680 goß Johannes Schirnbein aus Marburg eine 
Glocke für die St. Michaelskapelle in Mar 
burg; '1686 zwei Glocken für die beiden 
Stadtkirchen in Eschwege; 1685 goß er eine 
Glocke für Langendorf, Kreis Kirchhain; 1689 
goß er eine Glocke für Reddehausen, Kreis 
Marburg; 1669 hatte er auch die größte 
Glocke der Pfarrkirche in Marburg umge 
gossen, die 1616 von Melchior Möriugk in 
Erfurt gegossen war; 1702 zwei Glocken für 
Gudeusberg, Kreis Fritzlar; 1700 für Amöne 
burg, Kreis Kirchhain; 1703 für Baake, 
Kreis Hofgeismar. 
1681 goß Benedict Schneidewind von Frankfurt 
zwei Glocken für die Marienkirche in Geln 
hausen, die aber 1695 schon sprangen; 1083 
goß er eine Glocke für Mernes, Kreis Geln- 
hausen; 1688 eine Glocke für Birstein, Kreis 
Gelnhausen; 1692 goß er je eine Glocke für 
das Hospital in Hanau und Lütterz, Kreis 
Fulda. 
1684 goß Joh. Ulrich von Hersfeld je eine Glocke 
für Nentershausen, Kreis Rotenburg und 
Niedenstein, Kreis Fritzlar; 1692 eine Glocke 
für Niederklein, Kreis Kirchhain; 1696 eine 
Glocke für die Marienkirche in Gelnhausen; 
1697 für Haddamar, Kreis Fritzlar und Ober 
meiser, Kreis Hofgeismar; ebenso für Treis 
bach, Kreis Fulda; 1698 eine Glocke für 
Archfeld, Kreis Eschwege. 
1687 gossen Tilman Schund und Antono Fei von 
Aslar eine Glocke für Hochstadt, Kreis .Hanau. 
1690 goß Tilman Schmidt aus Aslar eine Glocke 
für Rüdigheim, Kreis Kirchhain; 1707 goß 
er je eine Glocke für Bergen und Hochstadt, 
Kreis Hanau; 1708 eine Glocke für Langen 
diebach, Kreis Hanau; 1709 eine Glocke für 
Langenselbold, Kreis Hanau. 
1699 goß Johann Konrad Roth aus Bamberg drei 
Glocken für die St. Johanneskirche in Hanau. 
(Fortsetzung folgt.) 
Beiträge zur hessischen Ortsnamenkunde. 
6. Biebrich, Bebra, Biedenkopf, Beyershausen. 
Von Dr. Wilhelm Schoof, Hersfeld. 
(Schluß.) 
Damit fallen zugleich die leider immer noch 
festwurzelnden Ansichten mancher Forscher in sich 
zusammen, daß die Namen der Flüsse bei der 
Besiedlung durch die Germanen von den Kelten 
übernommen seien und daher meist keltisches Sprach- 
gut enthielten, eine Ansicht, die ich.bereits an anderer 
Stelle zu widerlegen versucht habe. Zugleich aber 
erübrigen sich damit die Deutungsvorschläge von 
Buck, Foerstemann und Haas a a. O., die Bisher 
keltischen Ursprungs erklären, insbesondere die von 
ihm selbst inzwischen wieder aufgegebene Hypothese 
von Haas (Fuld. Gesch.-Bl. 1912, S.70), der 
Biv- als Adjektivum auffaßt und zwar als das 
keltische bivo-8, lat. vivus, ahd. quec „lebendig", 
so daß Bibra das „lebendige, d. h. munter fließende 
Wasser" bedeuten würde. 
Es ist vielmehr daran festzuhalten, daß die 
Namen der Berge und Gewässer fast nie keltischen 
Ursprungs sind, sondern in der Regel mit den 
heute meist verschollenen Wortstämmen uralter 
Feldnamen zusammenfallen, die ihrerseits in ältester 
Zeit nicht nach äußeren Kennzeichen, wie Tier- 
und Pflanzenwelt, sondern nach dem Grund und 
Boden und seiner wirtschaftlichen und rechtsgeschicht 
lichen Verwertung benannt worden sind. 
In Hessen findet sich für ahd. biunda, mhd.
        

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