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zweifelhafte Glück" und „Tröste dich!", die der
Spötterlaune entsprungen sind. — Da sie das
§6NU8 kemimnum zur Zielscheibe haben, liegt die
Vermutung nahe, daß die zwischen beiden Aus
gaben (1882) erfolgte Vermählung den Anlaß zu
ihrer Ausmerzung bildete.
Wie schon erwähnt, ist die zweite Ausgabe
namentlich um Gedichte, deren Stoff «dem heimat
lichen Sagenkranze entstammt, bereichert. „D e r
Gudenbürgen Fall", „Die Wichtel
kirche", „Die Zwerge" und „ F u l - u f"
gehören dahin, auch „ D ie Schatzgräber", die
an eine Begebenheit in Wichmannshausen und auf
der Boyneburg anknüpfen, ebenso die Dichtung:
„Ins C h a t t e n l a n d " mit der eingestreuten
Felsberger Schloßsage. — Ein kleines Libretto,
„Andromeda", ist der Sammlung noch an
gefügt, es wurde von dem im Jahre 1909 ver
storbenen Kasseler Musikdirektor Lorenz Spengler
vertont und ist auch mehrfach bei Gelegenheit von
Konzertabenden in Kassel vorgetragen worden. — —
Wie eine Ahnung des still-friedlichen Endes
eines ruhigen Lebens zieht es durch eine ganze
Reihe der Dichtungen, schon der frühesten; das
„Haidebild" entstand 1874 in der Gegend von
Düren; „Abseits", „Im Herbste", „An der Löwen
burg" und „Beim Abendläuten" variieren das
Thema in verschiedenen Formen, — nichts von
Kampf, nichts von Leidenschaft, alles wie Spätrot
hinter gilbendem Walde. Und so auch wurde es
wahr, was er gewünscht:
„Seh ich so ein Blättchen taumeln
Leis herab vom gelben Baum,
Und sich zu den andern betten
Wie un Schlafe, wie im Traum —
Wünsch' ich, auch einst so zu sterben,
So zu scheiden aus der Welt,
Wann der Sommer ist vergangen,
Blatt um Blatt vom Baume fällt."
Kassel. Bruno Jacob.
Auf Patrouille.')
Am 16. August wurden wir gegen Mittag von
Arlon in der Richtung Longwy zur Sicherung
des von Luxemburg nach Arlon vorgeschobenen
Detachements vorgeschickt, auch sollten wir fest
stellen, ob Longwy von feindlichen Truppen besetzt
sei. Gegen abend erhielten wir bei Mont St.
Martin von einer Bande Franktireurs Feuer, das
uns aber keinen Schaden zufügte; dafür mußten
aber zwei der Kerls durch wohlgezielte Schüsse
eines Unteroffiziers, der schnell abgesessen war,
ins Gras beißen. Wir nächtigten dann in einem
Kloster bei Messancy, wo wir sehr freundlich auf
genommen worden waren. Am 17. August ging
es in der Dunkelheit wieder gegen Longwy vor.
Westlich Aubauge ließ unser Leutnant absitzen
und ging mit einigen Leuten zu Fuß vor, um
das vorliegende Waldstückchen abzusuchen. Als
wir zwischen 7 und 8 Uhr zu den Handpferden
zurückgingen, bekamen wir beim Aufsitzen von allen
Seiten heftigstes Jnfanteriefeuer aus nächster Nähe.
Die Franktireurs hatten wohl noch abends nach
Longwy mitgeteilt, daß Patrouillen in der Nähe
seien, worauf die Franzosen in der Nacht kleinere
Abteilungen in das Strauchwerk vorgeschickt hatten.
Ein Ulan war etwas zurückgeblieben und kam
nicht mehr an sein Pferd heran; er mußte seine
Verspätung mit dem Leben büßen. Er war einer
der Besten und Beliebtesten der Schwadron. Da
wir nicht mehr über das freie Feld zurückreiten
konnten, blieb uns nichts übrig, als gegen eine *)
*) Die Schilderung dieser von dem Prinzen
Friedrich Wilhelm von Hessen geführten Pa
trouille des Ulanen-Regiments Nr. 6 stellte uns der
Hanauer Anzeiger freundlichst zur Verfügung. Sie stammt
von einem Teilnehmer der Patrouille, der in Hanau
im Lazarett lag. D. Red.
zirka IV 2 Meter hohe und 2 Meter breite Hecke
gegenzureiten. Trotzdem mancher von uns im
Wmter nur bei der Hurraabteilung mitgeritten
hatte, unsere Pferde solch ein Hindernis sicher
auch noch nicht genommen hatten, ging's wie der
Teufel gegen das Hemmnis, kein Pferd stutzte.
Das Herz des Reiters muß nur hinüber wollen.
Uns kam aber auch zugute, daß unser Leutnant
auf seinem schon in Springkonkurrenzen siegreichen
Pferde mit kalter Überlegung und Entschlossenheit
uns den Weg zeigte. Auf der andern Seite der
Hecke war aber oie Landungsstelle zwei Meter
tiefer als die Absprungstelle, so daß wir alle bis
auf einen zu Fall kamen. Zwei Ulanen wurden
beim Sturz verletzt, zwei weiteren liefen die Pferde
weg. Wir andern kamen wieder auf die Pferde
und konnten eben noch über einen Eisenbahn-
übergang, als die Franzosen uns dortselbst gerade
den Rückweg abschneiden wollten. Bon den beiden
durch ihre davonbelaufenen Pferde im Stich ge
lassenen Ulanen ging der eine über den Eisenbahn
damm zurück. Acht Franzosen liefen hinter ihm
her und waren bis auf zehn Schritte an ihn
herangekommen, als er sich umdrehte und in aller
Ruhe zwei davon niederschoß, worauf die andern
sechs schleunigst ausrissen. Der andere hatte sich
unter einen Strauch versteckt und sah, wie später
von Longwy noch eine Kürassiereskadron bis Au
bauge vorkam, dann aber mit der Infanterie, etwa
einer Kompagnie, sich wieder nach der Festung
zurückzog. Er requirierte sich dann in Messancy
mit Hilfe seines Karabiners, den wir immer über
der Schulter tragen, einen Wagen und ließ sich
nach Arlon zurückfahren. Beim Galoppieren über
die Bahn wurde ich noch mit zwei anderen Leuten
verwundet, jetzt sind wir aber durch die gute