Full text: Hessenland (28.1914)

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Das Gemälde an der Westwand, die Wiederkunft Christi darstellend. 
Schwert und Lilie ausgehen. Zu seiner Seite rufen 
vosaunenblasende Engel mit goldenen Flügeln die Toten, 
ihm zu Füßen knieen Maria und Johannes, im selben 
Maßstab, wie Christus, dargestellt, Engel mit violetten 
und weißen Gewändern und mit Purpurflügeln geleiten 
in der unteren linken Ecke die Seligen zur Himmels 
pforte, einem buntfarbigen Bauwerk mit leuchtendem 
Tor und Fenstern. In der rechten Ecke führen gelbe 
und rote Teufel die Verdammten dem offenen, rot und 
schwarz gemalten Höllenrachen zu. 
Die Malerei darf als das Werk eines dörflichen 
Meisters gelten, dem Begabung ersetzte, was ihm an 
Schulung abging. Die Figuren, in zartem Fleisch 
ton gehalten, zeigen wenig Modellierung, aber klare 
Zeichnung. Das Rankenornamcnt, auf der Waldfläche 
bald rot und grün, bald rot und schwarz, an den 
Gewölberippen, wie es scheint, grün und violett, durch 
schwärzlich violette Stengel und Blumen belebt, verrät 
in der freihändigen Linienführung Kühnheit und Sicher 
heit. Die zarte Auffassung der jungen Maria in der 
St. Annagruppe, die liebenswürdige Darstellung des 
Verhältnisses von Mutter und Tochter, Tochter und 
Kind, die großzügige Wiedergabe der auch im Maßstab 
hervorgehobenen erwachsenen Gottesmutter als Himmels-
	        

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