Full text: Hessenland (28.1914)

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Das Gemälde an der Südwand. 
vielleicht als Teutschordensherrn ausgewiesen hätte, ver 
blaßt. Man könnte den sich nach oben verjüngenden Auf 
bau für die Nachbildung eines jener freistehenden Sa 
kramentshäuschen halten, in deren Ausbildung fich die 
Spätgotik nicht genug tun konnte, wenn nicht einzelne 
Kennzeichen davon sprächen, daß es dem Maler nicht 
um die Darstellung eines solchen Ziertürmchens und 
überhaupt nicht um die Nachbildung einer Steinmetz 
plastik zu tun gewesen wäre. Die Breitenentwicklung 
in der Mitte und das Fehlen eines dieser Breite ent 
sprechenden Unterbaues stehen in Widerspruch mit der 
einerseits auf Standesfestigkeit, dann aber auch vor 
Menschwerdung Christi darstellend. 
zugsweise auf Höhenentwicklung berechneten Konstruk 
tion der schlanken Steinpyramide, die „höher als die 
Kirch" sein sollten. Ter weit ausladende Giebel am 
Tachgesimse des Tabernakels läßt keinen Zweifel dar 
über, daß der Künstler das Herzstück der Anlage be 
tonen wollte. Die nach außen vorkragenden Arme an 
der Spitze, die Filigranarbeit an den Fialensteaen und 
der mit dünnen Bogenlinien verbundene Blättersries am 
unteren, völlig wagerechten, ebenfalls verbreiterten Ab 
schluß des Tabernakels sind weniaer durch die Freiheiten 
der Malweise als durch die Nachahmung einer Metall 
technik zu erklären. Nicht den Steinmetzen, sondern den
	        

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