Full text: Hessenland (28.1914)

Hessisches Heimatsblatt 
Zeitschrift für hessische Geschichte, Volks- und Heimatkunde» Literatur und Kunst 
Nr. 17. 
28. Jahrgang. Erstes September-Heft 1914. 
Generaloberst 
Der neue Ehrenbürger der Residenzstadt Kassel, 
Oskar Otto Josias v. Heeringen, wurde am 
9. März 1850 in Kassel geboren. Sein Vater war 
der den älteren Kasselanern noch wohl erinnerliche 
kurhessische Kammerherr und Hoftheaterintendant, 
dann preußische Chefpräsident der kurfürstlichen 
Fideikommißverwaltung Josias v. Heeringen, der 
am 27. September 1885 als Schloßhauptmann 
von Wilhelmshöhe starb, seine Mutter Karoline, 
geb. v. Starckloff (gestorben 31. August 1871). 
Josias v. Heeringen besuchte das Kasseler Gym 
nasium, trat dann in das kurhessische Kadetten 
haus ein und wurde als Kadett Leibpage des 
letzten Kurfürsten. Nach der Einverleibung des 
Kurfürstentums in das Berliner Kadettenhaus über 
getreten, verließ er dies am 11. April 1867, um 
als charakterisierter Portepeefähnrich in das Füsilier- 
Regiment v. Gersdorff (kurhessisches) Nr. 80, das 
ehemalige kurhessische Leibgarderegiment, dem auch 
sein Vater als Offizier angehört hatte, einzutreten, 
in dem er am 10. Dezember 1867 Portepeefähnrich, 
am 10. August 1868 Sekondleutnant wurde. Im 
Feldzuge gegen Frankreich 1870/71 wurde er bei 
Wörth am 6. August 1870 schwer verwundet und 
er.hielt am 20. November 1870 das Eiserne Kreuz 
2. Klasse. Nachdem er sich am 10. Dezember 1874 
mit Auguste, geb. Dewall, verheiratet hatte, wurde 
von Heeringen. 
er am 15. Juni 1875 Premierleutnant, am 30. April 
1877 mit Patent vom 15. Juni 1873 in das 
'Infanterie-Regiment Nr. 116, am 13. Mai 1880 
als Hauptmann in den Großen Generalstab versetzt. 
Am 6. Juli 1882 kam er als Hauptmann im 
Generalstab des XI. Armeekorps in seine Vater 
stadt zurück, in der er am 31. Januar 1884 zum 
Generalstab der 22. Division übertrat. Nach kurzem 
Frontdienst, vom 7. Januar 1886 ab als Kom 
pagniechef im Infanterie-Regiment Nr. 91, wurde 
er am 3. Februar 1887 zum Kriegsministerium 
kommandiert, am 3. März 1887 dem Großen 
Generalstab aggregiert, am 22. März 1887 zum 
Major befördert, am 16. August 1887 wieder ins 
Kriegsministerium versetzt, am 20. September 1890 
Bataillonskommandeur im Infanterie-Regiment 
Nr. 117, am 2. Juni 1892 Abteilungschef im 
Großen Generalstab, am 18. Juni 1892 Oberst 
leutnant, am 18. August 1895 Kommandeur des 
Infanterie-Regiments Nr. 117, am 5. April 1898 
abermals ins Kriegsministerium versetzt und mit 
Wahrnehmung der Geschäfte des Direktors des 
Militär-Okonomie-Departements beauftragt. Am 
20. Juli 1898 wurde er zum Generalmajor be 
fördert und ihm die erwähnte Direktorstelle end 
gültig verliehen, am 7. Juli 1901 wurde er General 
leutnant. Der 27. Januar 1903 brachte ihm
	        

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