Full text: Hessenland (27.1913)

wsíí, 228 
auf begehrende erklärung etwas an meine Gemahlin 
wißen laßen wollen, oder nicht. 
Ich verharre mit aller Consideration 
E. Ld. 
ergebenster Freund 
gez. Zinzendors. 
Üeberbringer Meinem Secretario können E. L. 
Alles sagen und anvertrauen, 
d. 13. April 1737. 
Hochgebohrner Grafs, 
Freundlich vielgeliebt und 
Hochgeehrter H. Detter, 
Sogleich wie der erste Plan wegen der Ronne 
burg durch den Ew. Ld. zuletzt überschickten gäntzl. aus 
gehoben worden, also will ich mit heutiger Post 
Ew. Ld. dießsallßige Erklährung meinem Herrn zu 
senden, damit derselbe die darinnen vorgekommene, und 
vorhin zum theil' unbekannt gewesene Umstände in 
Erwegung ziehen, und Ew. Ld. sofort das weitere zu 
wißen thun möge. Inzwischen bin ich an meinem Ort 
Ew. Ld. verbunden, was Dieselben sich wegen des 
Puncts der Wohnung aus der Ronneburg betreffende zu 
Erklähren beliebet haben. Ich versichere dabey, daß 
meines Herrns maximen gantz nicht ist einig gute 
Ordnung in Geist oder Weltln. Dingen zustöhren, 
wohl aber dieselbe aufs alle Weiß zubesördern. 
Gestatten E. L. dann, wofern noch etwas aus dem 
Ronneburger Vorhaben werden sollte, nicht nur 
dieses, sondern auch sein erkenntl. Gemüth gegen 
Ew. Lbd. im Werk darzulegen ohnermanglen wird. 
Die ich übrigens, nebst meiner gehorsamen Emp 
fehlung an Dero Frau - Gemahlin Lbd., mit aller 
Hochachtung vhnaußgesetzt Verharre. 
Ew. Lbd. 
Ergebenste Baaß 
und Dienerin 
gez. Gräfin Zinzendorff. 
Frankfurtt am Mahn den 23. April 1737 
Hochgebohrner Gras 
Hochwertester Herr Better, 
Die Sache mit der Ronnebg. hat durch Ew. Ld. 
letzte erklärung ein Ansehen genommen, daß es 
wenigstens vor dismal damit nicht zu stände kommen 
kann, meiner eigentlich, absicht wegen werde ich mich 
erst einmahl näher expectoriren, die sind gar nicht 
so pressant noch bedenklich als es das Ansetzn haben 
mag, sondern sie sind naturell, und entstehn aus der 
Sache selbst. Die Offerte von 6000 rthlr. ist mir 
vor mein ganzes Zuthun nicht in den Sinn ge 
kommen, vielmehr können all in Händen habenden 
Briefe zeigen daß sie der Jud Eppstein an den 
Amtmann noe. Ew. Ld. und dieser an mich schriftlich 
gethan hat daß ich sie goutiret, kommt von einer 
von mancher Seite vor romanesque, von mir aber 
dem Sinne Christi gemäß geachteten Methode her, 
die ich habe als interim sequerealitäten, durch aus eine 
Sache näher zu besaffen, wenn zugleich der mit mir 
contrahirende Theil nicht weiß noch selbst brauchen 
kann, inzwischen wissen Ew. Lbd. zum Voraus 
meine Gedanken dahin, daß mein Absehen aus die 
Ronneburg so beschaffen gewest, daß Ew. Ld. davon 
keine Behelligung hätten können zugewandt haben. 
Denn unser Gewinn ist gar nicht im geringsten 
einiger Kaution unterworfen, sondern offenbar alt 
evangelisch und dafür von beiden tbeolo^is ecclesiarum 
erkannt, daß ich predige ist kein Irrthum, sondern 
nur etwas neues, und daß mich Leute hören kommen, 
um der Traurigkeit willen naturell. Ich würde aber 
selbst gewiß da nicht gepredigt haben, denn was ich 
eigentlich aus der Ronneburg will, kann ohne mich 
verrichtet werden. Wenn Gott Segen giebt, die 
vielen 1000 Schaafe, die keinen Hirten haben, die 
jammern mich, und ihre Kinder hätte ich gerne zum 
Heiland. Daß ist die gantze vüe, die ich habe,, die 
Gegend ist angenehm, die Reparatur des Schlosses 
nicht unmöglich und so wäre es mir zu einem Sommer 
besuch recht gewesen. 
Eins finde noch nöthig hinzuzuthun, darnach will 
ich schließen. Ew. Lbd. haben wegen Mainz nichts 
zu befürchten, denn meine intention ist gar nicht 
emigranten dahin zu ziehen, zu geschweigen, daß ich 
mit dem emigrations Wesen schon seit einigen Jahren 
nichts mehr zu thun habe und alle die darauf aus 
gesetzte auch wohl gedünkten Nachrichten lauter un 
gegründete Ideen sind, so ist der Emigranten Sinn, 
nicht in das Land zu kommen, denn sie haben eine 
andere retirade gesunden, die ihnen weiser ist. Ich 
verharre mit aller herzlichen Ergebenheit meines 
Hochcdl. H. Vetters 
treu dienstergebener Vetter und Diener 
gez. Zinzendorff. 
Berlin am 29. Apr. 1737 
Eine sehr unterth. Empsehl. an die Fr. Gemahlin 
u. Cont. Schwester. 
Oopia. 
Des vom Amtmann ergangenen Schreibens an 
mich, aus welches Martin Rohleder und Johann 
Nitschmann nach der Ronneburg gesendet worden 
sind. 
pp. 
Dieses Schreiben haben eigentlich die hiesigen 
Kinder überbringen wollen welche auch schon auff 
dem Wege gewesen und vom Satan wieder irre 
gemacht worden sind, daß dann Überbringer dieses, 
der Conrad mit mehrerem remonstriren kam. zu 
welchem Ende er auch abgeschickt worden. Wie ich 
dann hinsühro die Ronneburg zu E. p. Führung,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.