Full text: Hessenland (27.1913)

Heffenlanö 
Hessisches Heimatsblatt 
Zeitschrift für hessische Geschichte, Volks- und Heimatkunde, Literatur und Kunst 
Nr. 15. 27. Jahrgang. Erstes Auguft-Heft 1913. 
Angedruckte Briese des Grafen Nicolaus Ludwig von Zinzendorf 
und des Grasen Ferdinand Maximilian!!. zu Vsenburg und Büdingen 
wegen der Erbpachtung der Ronneburg. 
Von Friedrich Wilhelm Fürst zu Isenburg und Büdingen. 
(Fortsetzung.) 
Hochgebr. Grast 
Hochgeehrtester Herr Vetter 
Wird Ew. Ld. bekannt seyn, daß der Amtmann 
Schuchart sich gegen mich und andre herausgelaßen, 
daß er sich von Herz zu Gott bekehren wolle, auch 
davon mir und andern Spuren gezeiget, wenn nun 
dieses so ist und bleibt, so ists gut, wo nicht, so 
verlasse ich mich aus Ew. Ld., daß sie ihm nicht zulassen 
werden, die von uns droben seyende 2 oder 3 Per- 
sonen, die er selbst hinauf genöthiget, und die Ihm 
ordentl. Zins geben wie andere, abermals auf die 
Art zu tractiren wie mich, als der bloßen Ursache 
weil ich ihm sein Geld von Gr. Wilh. nicht zahlen 
könnte, ich halte also unmaßgeblich vor gut, wenn 
Ew. Ld. die Gnade haben und dem Amtmann durch 
ein gnädigstes rescript wiflen lasten wolle, daß der 
Schulmeister Martin welches er ehemals hinauf ver. 
langt habe unter Ew. Ld. protection stände, sie sich 
deßfalls gnädigst gefallen ließe und wollen daß Ihn 
Fr. Schuchart, dasselbe solle genießen lasten, es wird 
solches entweder gleich, oder alsdann erst gut seyn 
wenn sie ingrietiert werden, denn er hat, da ich ihm 
vor dem Jahr nicht allen Willen machen konnte, 
den Leuten heimlich verboten die Kinder in die 
Schule zu schicken er ihnen mit fortjagen, ja Schläge 
gedrohet. Ew. Ld. dienen hierunter nicht mir sondern 
dem Heiland, der solcher armen Kinder ihr Hirte 
ewig ist und gerne führt, wenn bei gelegenheit des 
Spieles solcher bösen Buben, als dort von allen 
Orten würckl. sind, ihre unschuldigen werden, somit 
verharre Ew. Ld. 
treuergebener Better u. Diener 
gez. Zinzendorff. 
nt in litt. 29. Apr. 1737. 
?. 8. ich schreibe diesen Briest gerate wie ich zwar 
sähe, daß ihn Ew. Ld. niemand als der Gemahlin 
sehen ließen es ersührts der Amtm. sonst wieder, 
u. ehe er uns etwas thut, wollte ich ihm nicht 
gerne zuvor gelegenheit geben. 
Hochgeb. Grast 
Hochgeehrter Herr Vetter 
Ich bin sehr verwundert, daß ich noch bis dato 
ohne die geringste Antwort bin, daher ich auf den 
Gedanken gerathe Ew. Ld. haben die idee geändert. 
Ich gehe also fort, und überlaste Ew. Ld. ob sie
	        

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