Full text: Hessenland (16.1902)

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um mich tot. Ich konnte nichts thun und denken. Nur 
dos eine: ich war bei dem Luischen. Ich stand am Fenster 
nnd sah, wie's dunkelte. Ich sab empor zu den wenigen 
Sternen, die zwischen den hohen Häusern hindurchblickten. 
Wie eine Andacht mar es in mir. Und der letzte Abend 
stand vor mir. Ihr Kuß aber brannte auf meiner Stirn, 
als ob's eine Flamme wäre. Einige Augenblicke — dann 
war's vorbei." — Hier läßt sich der Lyriker Holzamer 
nicht verleugnen und dieser poetische Ton durchzieht das 
ganze Buch Der innige Ton der Sprache H.'s packt uns 
auch hier wieder von neuem Nicht große Lebensschicksale 
sind's. die uns da entgegentreten. In kleinen Verhält 
nissen spielt sich alles ab. Aber — wie es gesagt. wie 
es. gleichsam im Bilde, vor uns entsteht, darin ist Holz 
amer Meister Und deshalb kann ich auch dieses Buch mit 
bestem Gewissen empfehlen, freilich nur den Lesern, die in 
die Tiefe einzudringen verstehen. Akerander Durger. 
Fe st ge schenke aus dem Verlage der N. G. 
Elwertschen Verlagsbuchhandlung. Marburg. 
„Neues und Altes" ans ihrem Verlage hat die 
rührige Marburger Firma in einem geschmackvoll aus 
gestatteten Wcihnachtskatalog zusammengestellt, der kürzlich 
versendet worden ist. Es finden sich darin n. a. der den 
Kreis Gelnhausen behandelnde I. Band (mit 350 Lichtdruck 
tafeln) der „Bau- und Kuustdenkmäler des Regierungsbezirks 
Kassel" von L. Bickell und dessen „Hessische Holz 
bauten". Ferdinand I u st i s „Hessisches Trachtenbuch", 
die Jubiläumsausgabe von Vilmars „Geschichte der 
deutschen Nationallitteratur". sowie sein „Handbüchlein 
für Freunde des deutschen Volksliedes" und seine „Lebens 
bilder deutscher Dichter und Germanisten". Wilhelm 
Schoofs „Hessisches Dichterbuch" und dessen „Diecheutsche 
Dichtung in Hessen". Könneckes „Bilderatlas zur Ge 
schichte der deutschen Natiönallitteratur". Ferner sind 
Werke des feinsinnigen Marburger Professors Theodor 
Birt und neben einer großen Zahl weiterer bekannter 
hervorragender Veröffentlichungen des um die hessische 
Litteratur so verdienten Verlags, die wir nicht alle auf 
führen können. auch mannigfache belletristische Schriften 
zu erwähnen, von denen wir besonders die in diesem 
Jahre neu erschienenen, in diesen Blättern schon ausführlich 
besprochenen Bücher von Valentin T r a u d t (Leute vom 
Burgwald) und B. S. Coester (Leutnants-Erinnerungen) 
empfehlend hervorheben wollen. 
Hessische Zeitschriftenschau 
Der Burgwart, III.—IV. Jahrg. Nr. 12 u. Nr. 1—2. 
Dr. I ustu8 Schneider (Fulda): Die ans 
gegrabene Burg am Lindenküppel an der Milseburg 
im Rhöngebirge (Schluß). 
W. Stock: Die mittelalterliche Befestigung der 
Stadt Fritzlar. 
Deutsche Heimat, V. Jahrg. Nr. 50. 
Hans Benzmann: Wilhelm Holzamer. 
Deutsche Rundschau. 1902. Nr. 23. 
Alte Hessen. Zwei Kapitel aus vergangener Zeit. 
Fuldaer Geschichtsblätter, l. Jahrg. 1902, Nr. 8—11. 
I. Ruhl: Stausenbacher Chronik des Kaspar 
Preis 1637—1667. 
— —, Einrichtung des evangelischen Gottesdienstes 
in der Pfarrkirche zu Fulda während der hessischen 
Okkupation 1632-1634 
I. Kartels n. C. Scherer: Verzeichnis der 
Fuldaischen Gesamtlitteratur (II. Fuldcnsien aus 
„Hessenland". III. aus Zwengers „Buchvnia"). 
Hessische Blätter für Volkskunde, Band l. Heft 3. 
Albrecht Dieterich: Über Wesen und Ziele 
der Volkskunde. 
Hermann Ilsen er: Über vergleichende Sitten- 
»nd Rechtsgeschichte. 
Adolf Strack: Zeitschriftcnschau 1902. 
Karl Helm: Register zu Band I. 
Kölnische Volkszritung, Litter. Beilage 1902. Nr. 44. 
„König Lusticks galante Abenteuer." (Das so be 
titelte. vor kurzem erschienene Werk von Burg h a r d 
Aßmus (Leipz. Verlag v. Friedrich Zocher) ist. wie 
hier nachgewiesen wird, eine „durchaus dreiste Plünde 
rung der 1863 im Verlag von Reinhold Schlingmnun 
in Berlin erschienenen Memoiren Jorome Bonapartes"). 
Wandsbeck, Dezember 1902. 
Magazin für Litteratur, 1902. Nr. 38. 
Stefan Zweig: Wilhelm Holzamer. 
Wonaisblätter für deutsche Litteratur, VI. Jahrg. Nr. 12. 
G. Schüler u. E. L. Wulff: Aus allen Augen 
blicken meines Lebens (behandelt K. E. Knodts gleich 
namiges neues Gedichtbuch). 
Guartalsbtätter des hist. Vereins für das Gruß- 
herzogtum Hessen. Neue Folge, Jahrg. 1902, III. Band, 
Nr. 5 u. 6. 
G. Frhr. Schenk zu Schweinsberg: Bei 
trüge zur alten Geschichte von Burg und Stadt Roten 
burg an der Fulda. 
Dr. August Rveschen: Der Gaden, die Burg- 
stätte von Langwasser bei Ulrichstein. 
Dr. August Roeschen u. Otto Berth: Das 
Bergschloß Ülrichstein nach den neuesten Ausgrabungen. 
Ferner: Vereinsnachrichten. Fundberichte, kleinere 
Mitteilungen, hessische Chronik. 
Touristische Mitteilungen aus beiden Hessen, Nassau rc. 
XI. Jahrg. Nr. 2—4. 
Emil Becker: Durchs Schaumburger Land. 
(Forts, u. Schluß) 
F. H uns! n g e r (Gießen): Die letzten Schlotten 
häger in Hungen 1852. 
Anii« Bölke, geb. Gissvt: Erinnerung an das 
Brunnenfest zu Spangenberg. 
Ferner: Kleinere Mitteilungen rc. 
Peilschrift für hochdeutsche Mundarten (herausgeg. v. 
Otto Heilig und Philipp Lenz), III. Jahrg. (1902), 
Heft 4 ii. 5. 
Dr. G u st a v S ch ö n e r: Spezialidiotikvn des 
Sprachschatzes von Eschenrod (Oberhessen). 
W. S.
	        

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