Full text: Hessenland (16.1902)

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noth peinlich Acht und Hnlsgericht heegen möge, 
so heege ich dies Hoch Noth peinlich Acht und 
Halsgericht in Kraft und Gewalt des Hoch 
würdigen Fürsten und Herrn Julij Bischhvf 
zu Würtzbnrg und Herzog zu Francken, unsers 
gnädigen Fürsten und Herrn. Ich heege es auch 
in Kraft und Gewalt aller Ehrwürd. und edlen 
Herrn des Kapitels und Domstists zu Würtzbnrg. 
Ich heege auch in Kraft und Macht des Edlen 
und Ehren Vesten N. N., jetzige Zeit Amtmanns 
allhier. Ich heege auch in Kraft und Macht 
mein, Als Richters. Ich heege es auch mit Kraft 
und Macht der 14 Geschworenen Centhschöpfen, 
ich heege auch dieses Hoch Roth peinlich Acht und 
Halsgericht mit aller feiner Gerechtigkeit und Frei 
heiten , wie das. von Alters Herkommen ist und 
noch in sich hält, von feinem ersten Anfang an 
bis auf den heutigen Tag. 
Diese Centh und Halsgericht werden durch einen 
Centhgrafen, so von niemand anders als von dem 
Hochwürdig unserm gnädigen Fürsten und Herrn 
jederzeit als zum Richter, der zu verordnet wird, 
gehalten, wie dan darrüber über eines jeden Centh 
grafen Bestallungen und Bnnbrief, so ihm von Hoch 
gedachten unserm gnädigen Fürsten und Herrn 
darüber zugestellt, ausweisen. 
Nach gethaner Heege, wie vorgemerkt, fragt der 
Richter den anderen Schöpfen: wie frag ich euch 
Rechtens. Antworth der Schöpfe: bei dem Eydt. 
Darein stellt der Richter an mit denen Worten: 
so seyd des Rechten Urtheils bei dem Eydt gefragt, 
und ihr Schöpfen alle 14, ob dies Hoch Noth 
peinlich Acht zu recht genügsam geheegt sey, daß 
man ein Jeden, so an diesem peinlichen Halsgericht 
Recht begehre, könne rechtens geholfen werden. 
Urtheilen darauf nach gehabten Bedacht der 
Schöpfen: 
Also haben mich meine Brüder gelehrt und 
steht es auch mit ihnen zu recht, dies peinlich 
Halsgericht sey so mächtig, wohl und recht geheegt, 
daß wer rechtens an diesem peinlichen Halsgericht 
begehre, wohl rechtens verholffen wird. 
Fragt ferner der Richter den dritten Schöpfen wie 
vor der Eydt: wie soll dies Hohe Noth peinlich 
Acht und Halsgericht besetzt fein, dieses zu dem 
rechten macht und Kraft haben. 
Urtheilen darauf die Schöpfen nach gehabten 
Bedacht: 
Also haben mich meine Brüder gelehrt und straf 
es selbst mit ihnen zu recht, dies peinlich Hals 
gericht soll besetzt fein mit guter Mann Vierzehn, 
die untadelhaftig seyen. 
Solchem nach gebeuth der Richter den Schöpfen, 
auch dem ganzen Umbstand mit nachfolgenden 
Worthen: 
Demnach dieses hohe Noth peinlich Acht und 
Halsgericht zu recht genügsam geheegt, auch sonst 
alle Nothdurft dieses peinlichen Halsgerichts zu 
recht erkandt: So gebiethe ich Euch Vierzehn 
Schöpfen, das ihr recht Urtheil straft. Ich ver 
biethe euch, daß keiner uffstehe oder niedersitze, vvr- 
oder abtrette, auch niemands sein Worth rede, 
er thue denn solches mit Erlaubniß mein, als 
Richters. Ich verbiethe auch alle unziehmblich 
Worth und Werk dem ganzen Umstand hinden und 
vor dem Gericht, soweit dies peinlich Halsgericht 
Ohrenschall hat, solches alle sey verbothen bei 
Leibesstraffe. 
Solchem nach fordert aus Geheiß des Richters 
der Centhknecht überlaut Klage und Antwort mit 
nachfolgenden Worten: 
Ich erfordere Klag und Antworth für des Hoch 
würdigen meines gnädigen Fürsten und Hern von 
Würtzbnrg Hohe noth peinlich Acht und Hals 
gericht. Wer etwas daran zu schaffen hat, der mag 
wohl fürtretten. Und solches thut der Landknecht 
zum ersten, andern und drittenmal. 
Solchem nach tritt der Kläger für und begehrt 
mit Erlaubniß des Richters einen Schöpfen, so 
ihnl gefällig, sein Wort zu reden. 
Wann nun dem begehrten Schöpfen vom Richter 
solches erlaubt wird, und der Schöpf sich solches 
zu thun verweigert, wird es ihm uff rechtlich An 
stellung zu thun erkannt. Solchem nach dingt er 
sich mit dem Kläger zu bedenken. Nach beschehenem 
Bedacht tritt er neben dem Kläger mit Erlaubniß 
des Richters wieder für Gericht und beding fein 
Klag nach Gelegenheit schriftlich oder mündlich 
für, und begehrt darauf an den Richter zu recht 
anzustellen, findemahl der Hochwürdig unser 
gnädigster Fürst und Herr Übelthäter einen oder 
mehr in gefänglichen Banden habe, wie man solche 
aus den gefänglichen Banden bringen mag. 
Darauf wird uff Anstellung des Richters von 
den Centhschöpfen nach beschehener Berathschlagung 
also geurtheilt: 
Also haben mich meine Brüder gelehrt, strafe 
es auch selbst mit ihnen zu recht, der Landknecht 
soll den Beklagten dem Kläger antworthen zu 
feinen Handen. 
Auf solche Urtheil fragt des Klägers Antworth- 
reder und fielt ferner zu recht an, wie man ferner 
mit dem Beklagten verfahren soll, damit man 
rechtlich thue und unrecht lasse. 
Darauf urtheilen die Schöpfen, auf Anstellung 
des Richters mit vorgehabten Bedacht also: 
Also haben mich meine Brüder gelert, so straf 
ich es auch selbst mit ihnen zu recht, der Klüger 
soll den Beklagten dem Züchtiger antworth zu 
feinen Handen.
	        

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