Full text: Hessenland (10.1896)

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daß das Portopse für Officiers hellblau mit 
Silberquaste besteht (!), jedoch die vorher im 
Militair gedienten Osficiere berechtigt sind, 
Portopoe von der Armee 31t tragen. In An 
sehung der Besetzung der beiden erledigten 
Obersten-Stellen haben wir Ihnen (!) allerhöchsten 
Orts zur Genehmigung eingesandt. 
Cassel 1817. 29. April. 
K. H. General-Kriegs-Collegium 
1*JL Départ. 
von Urff. Engelhardt." 
Zusätze: 
Der Schnitt der Uniform ist mit dem des 
regulairen Militairs gleich. Das Unterfutter ist 
roth, die Ausschläge und die vordere Kante, sowie 
die Sackbalten sind mit roth basbollirt (!). Feld 
obristen haben Kragen und Aufschläge in Sammt 
Aus KeinrcNH 
Ausflug des Geschichtsvereins. Am Nach 
mittag des 10. September unternahm der Verein 
für hessische Geschichte und Landeskunde 
zu Kassel unter Führung seines ersten Vor 
sitzenden, Bibliothekar an der Landesbibliothek 
Dr. Hugo Brunner, von der Haltestelle Ober- 
zwehren der Main-Weserbahn aus seinen dies 
jährigen Herbstansflug nach Nordshausen und 
dem Bannsberg. Auf dem Kirchhofe zu Nords- 
Hansen, an der alten, schönen Klosterkirche, 
welche unter Führung des Ortsgeistlichen, Pfarrer 
Dietrich, einer sorgfältigen Besichtigung unter 
zogen wurde — eine genaue Beschreibung derselben 
findet sich in Dehn-Rothfelser und Lotz: „Bau 
denkmäler im Regierungsbezirk Kassel" —, 
hielt Landgerichtssekretär Ne über, der bei unsern 
Lesern durch mehrere gediegene geschichtliche Alls 
sätze im „Hessenland" bestens eingeführt ist, einen 
recht belehrenden Vortrag über die Geschichte des 
dortigell vormaligen B e ll e d i k t i n e r Nonnen 
klosters^ für welchen er seitens der zahlreichen 
Zllhörer lebhaften Beifall erntete. Die Kasseler 
Tageszeitungen gaben dessen Inhalt in sehr ein 
gehender Weise wieder. Zum Schluß seiner 
fesselnden Ausführungen kam Redner auf den 
nunmehr längst versiegten „NordsHauser Ge 
sundbrunnen" zu sprechen, über dessen Geschichte 
unser geschützter Mitarbeiter A. Fey in Nr. 17 
des vorigen Jahrganges vom „Hessenland" er 
schöpfend berichtet hat. Von Nordshausen aus 
begaben sich die Anwesenden in froher Wanderung 
in den Garten des schön gelegenen Keim'schen 
und die Hut Cordons und Portöpöe (!) silbern mit 
roth und Crepinen wie die Osficiere des regulären 
Militairs und Federbüsche. Feldhauptleute haben 
Kragen unb Aufschläge in schwarzem Tuch und 
die Hut Cordons*) und Portopöe und Bouillons**) 
ohlie Cropinen***). 
Schnitt vom Hut und Hntschleife ist wie bei 
dem regulairen Militair und letztere ist von 
Silber. Degen mit dem regulairen Militair 
gleich. 
Der Inspecteur des Landsturms 
vom Großherzogthum Fulda 
Hartig. 
Frankfurt. A. S. 
*) Litzen, Schnur. 
**) Raupen an Kleidern. 
***) Borten, Fransen. 
unò Iwemöe. 
Gasthauses am Baunsberge, wo noch mehrere 
Stunden in fröhlicher Unterhaltung verbracht 
wurden, nachdem dem irdischen Menschen aus 
Küche und Keller des trefflichen Wirthes die ge 
bührende Erquickung zu Theil geworden war. 
Launige und ernste Trinksprüche trugen dazu bei, 
die Stimmung zu heben und das Gefühl der 
Zusammengehörigkeit, welches die Mitglieder des 
Vereins von jeher verbindet, zu kräftigen. Jeden 
falls hat auch dieser besuchte Ausflug wieder dazu 
beigetragen, dem Verein neue Freunde ltitb Mit 
glieder zu gewinnen und das Interesse an dessen 
Bestrebungen in immer weitere Kreise zu tragen. 
Wünschen wir auch den im nächsten Monat be 
ginnenden Wintersitzungen des Vereins gleich rege 
Betheiligung, wie sie die Ausflüge dieses Jahres 
aufzuweisen hatten. 
Friedrich Albert Lange. Das hübsche 
Lied, welches das heutige Heft einleitet, ist 
nebst zwei anderen in anmuthender Weise von 
A. Bodenstein in Musik gesetzt und heraus 
gegeben unter dem Titel: „Drei Gedichte von 
Friedrich Albert Lange für eine Singstimme mit 
Begleitung des Pianosorte komponirt" (Bremen, 
Präger & Meier. Preis Mark 1,50). Gewiß 
kommt es nicht alle Tage vor, daß Werke eines 
Philosophen von einem Amtsrichter kom 
ponirt werden. Hier liegt dieser Fall vor. Denn 
der Dichter ist kein anderer als der in Marburg 
1875 allzu früh gestorbene vortreffliche Pro 
fessor F. A. Lange, und der Komponist sunktionirt
	        

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