Full text: Hessenland (7.1893)

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Mappe versehene Adresse gewidmet, die Regierungs 
Sekretär Faßhauer mit einer warm empfundenen 
Ansprache überreichte. Der Jubilar dankte sichtlich er 
griffen. Früher im Dienste des kurfürstlich hessischen 
Hofes, später der königlichen General-Verwaltung des 
kurfürstlichen Hausfideikommisses, vertritt Geh. Hof 
rath Rosenblath bei der königlichen Regierung die 
Verwaltung der Sr. Majestät reservirten Besitzungen 
in Kassel und Wilhelmshöhe, ferner der Aue, der 
Bildergalerie, des Museums und Wilhelmsthals, und 
erhielt neuerdings auch die Vertretung des königlichen 
Hofmarschall-Amtes für die erstgenannten Besitzungen. 
Er hat sich durch stets regen Eifer, unentwegte Pflicht 
treue, Muth und Ausdauer in seinem oft schweren 
Amte ein unvergängliches Verdienst um diese allehr 
würdigen Schöpfungen der kunstsinnigen hessischen 
Fürsten erworben. Möge er den verdienten Lohn 
dafür in der Hochachtung seiner Vorgesetzten, von denen 
er heute höchst anerkennende Gratulationsschreiben 
erhielt, in der Liebe und Anhänglichkeit seiner Kollegen 
und Untergebenen und in der Verehrung seiner Mit 
bürger, ungeschwächt an Geist und Körper, noch lange 
Jahre genießen! (Kass. Tagebl.) 
Universitätsnachrichten. Der Privatdozent 
Dr. Karl Bergb ohm von der juristischen Fakultät 
der Universität zu Dorpat ist zum außerordentlichen 
Professor der Rechtswissenschaft in Marburg an 
Stelle des nach Gießen berufenen Professors 
Dr. H. Nehm ernannt worden. — Der außerordent 
liche Professor Dr. Karl Friedrich Kau ff - 
mann in Halle, früher Privatdozent in Mar 
burg, hat einen Ruf als ordentlicher Professor für 
deutsche Sprache und Literatur an die Universität zu 
Jena erhalten. — Am 2. Februar starb zu 
Philadelph ia im 73. Lebensjahre der Professor der 
Chemie und Mineralogie an der pennsylvanischen 
Universität Dr. Friedrich August G en th. 
Prof. Genth, u. W. gebürtig aus Langenschwalbach, 
war in der Mitte der 40er Jahre Assistent der 
chemischen Lehranstalt an der Universität Marburg 
unter Professor Dr. Robert Bunsen und hatte sich 
daselbst im Jahre 1846 als Privatdozent für Chemie 
und Mineralogie habilitirt, nachdem ihm auf Grund 
seiner Dissertation „Beiträge zur Kenntniß des 
Kupferschieferhütten-Prozesses, erläutert durch die 
Untersuchung der auf der Friedrichshütte bei Richels 
dorf gewonnenen Produkte" die Würde als Dootor 
philosophiae und die Erlaubniß, Vorlesungen zu 
halten, von der philosophischen Fakultät zu Marburg 
verliehen worden war. Zu Ende der 40er Jahre 
wanderte Dr. Genth nach Amerika aus. 
Eine Berichtigung. 
Unrichtigkeiten, die auf meine Rechnung fallen 
(et saepe dormitat bonus Homerus) sind mix alle 
mal sehr unangenehm gewesen. Den Irrthum läßt 
man passiven, aber nicht den Widerspruch gegen 
Berichtigung. Ueber einige Angaben in meinem 
kurzen Aufsatz über Fürst Blüchers Vater in 
Nr. 3 des Hessenlandes habe ich mit Dank von 
dem Herrn Oberst N. folgende Berichtigungen 
erhalten: 
1. Fürst Blüchers Mutter war nicht, wie ich 
in der Herbst'schen Encyclopädie las, eine 
v. Bülow, sondern eine v. Zülow, eine 
v. Both war Schwiegermutter. 
2. Fürst Blüchers Vater, der hessische Ritt 
meister — 1737, war in der Grafschaft 
Schaumburg garnisonirt. 
Daß der Rittmeister von Blücher unter dem 
Prinzen Friedrich, dem späteren Schwedenkönig, 
Feldzüge mitgemacht, habe ich nicht gemeint, und die 
Duellaffaire habe ich als Familiensage bezeichnet. 
Es wird berichtet? daß Rittmeister Blücher, als er 
von einer Reise in die Heimath den gegebenen 
Urlaub überschritt, und einige Zeit ohne Gage blieb, 
aus diesem und keinem andern Grund den Dienst 
in Hessen quittirt habe. 
M. H. Hy. A. 
Inhalt der Nummer 6 des „Hessenland": „Im 
Vorfrühling", Gedicht von Carl Liebrich; „Erinnerungen 
aus dem Leben des Gymnasialdirektors Dr. K. Brauns", 
von Dr. H. Siebert (Schluß); „Kasseler Tagesneuigkeiten 
aus dem 18. Jahrhundert", von Otto Gerland (Schluß); 
„Der Taugenichts", eine kleinstädtische Geschichte von 
D. Saul; „Erwachen", Gedicht von H. Frederking; „Im 
Burggarten", Gedicht von Ekkehard; „Alles — alled es 
ins", Gedicht in schwälmer Mundart von Kurt Ruhn; 
„Aus alter und neuer Zeit"; „Aus Heimath und Fremde"; 
„Berichtigung" von G. Th. D. 
WM- Zum Abonnement auf das 2. Huartak 1893 der 
Zeitschrift „Kefsentand" laden ergebenst ein 
Redaktion «nd Uerlag. 
Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F.Zwengerin Fulda, Druck und Verlag von Friedr. Scheel in Kassel.
	        

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