Full text: Hessenland (7.1893)

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deren Preis als Ihren Hut zu erlangen." 
„Warum feuertet Ihr nicht auf mich", erwiderte 
von Steuben. — „Sie wurden vom General von 
Knyphausen erkannt und dieser befahl uns, beim 
Ueberfall schonend mit Ihnen umzugehen."— 
Am 7. Juli war der größte Theil der Armee 
auf Dork-Jsland angelangt und bald darauf er 
hielt das Jägerkorps seinen Posten bei Courtlands- 
Plantage in der Nähe von Kingsbridge. Hier wurde 
es mit dem leichten Korps unter dem Obersten 
Simcoe und dem bekannten Obersten Andreas 
Emmerich dazu verwandt, den Feind zu rekognos- 
ziren, zu allarmiren, zu überfallen und die Armee 
gegen ähnliche Unternehmungen des Feindes zu 
decken. Auch hier fehlte es Ewald keineswegs 
an Gelegenheit, Proben seiner Tüchtigkeit abzu 
legen. Mit dem kühnen und rastlosen Obersten 
Emmerich, der es nicht unterlassen konnte, die 
verwegensten Streifereien auszuführen, operirte 
er häufiger zusammen. Mit den Vorposten 
Washington's, der mit seinem Heere in White- 
plains stand, gab es ein fortwährendes Plänkeln. 
Und auch der Gegner blieb nicht unthätig. Ein 
junger abenteuernder Franzose, der Chevalier d' 
Armand, früher französischer Offizier, hatte Ende 
August eine Schaar zusammengebracht, die aus 
geübten Büchsenschützen und Indianern bestand, 
mit denen er Gleiches mit Gleichem vergelten 
wollte. Armand's Leute, kühne und abgehärtete 
Burschen, mit dem Terrain und allen Schlichen 
vertraut, wurden den hessischen Jägern bald sehr 
gefährlich, mancher derselben siel von ihren Kugeln 
und mancher mußte das Skalpmesser der Indianer 
fühlen. Eine diesseitige Streifpartie, deren Führer 
nicht vorsichtig genug vorging, war plötzlich 
überfallen worden, und hatte einen Verlust von 
sechs Todten, sechs Verwundeten und vier Gefangenen 
erlitten. Armand hatte sich nach Easi-Chester 
gewandt, um dort Simcoe's und Emmerich's 
Freischaaren zu überfallen. Der immer thätige 
und wachsame Hauptmann Ewald, der die letzte 
Scharte wieder auswetzen und Revanche nehmen 
wollte, war mit zwei Kompagnien rasch aufgebrochen, 
um zu Emmerich zu stoßen und diesen zu ver 
stärken. Der schlaue Parteigänger wußte den 
Gegner am 1. September bei Miles-Square in 
eine Falle zu locken und ihm eine solche Schlappe 
beizubringen, daß nur ein Theil der Riflemen 
mit dem Leben davon kam, die Indianer aber 
bis auf Einen niedergemacht wurden, der nur 
deshalb am Leben gelassen wurde, um seiuem 
Stamme die Nachricht von der Niederlage zu 
überbringen und dadurch andere Stämme von 
etwaigen Feindseligkeiten abzuhalten. Diese In 
dianer waren vom Stamme der Stockbridges. Auch 
der Häuptling Sachem Neham fiel nebst seinem 
Sohne bei dieser Gelegenheit. Ewald schreibt 
darüber in seiner „Abhandlung über den kleinen 
Krieg" : „Die Indianer wurden so abgeschreckt, 
daß selbigen die Lust verging, wieder frische Leute 
zur Armee des Generals Washington zu schicken." 
Am 30. September erhielten die Jäger zwischen 
Tarritown und Dobbs-Ferry eine Niederlage. 
Oberstlieutenant von Wurmb hatte in der Frühe, 
wie gewöhnlich Streifwachen ausgeschickt, die 
bei ihrer Zurückkunft meldeten, daß sie vom 
Feinde nichts gesehen hätten. Darauf schickte 
von Wurmb den Hauptmann von Donop mit 
70 Jägern zu Fuß und 20 zu Pferd, ab, um 
eine Fouragirung zu decken, von Donop deta- 
chirte den Lieutenant Bickel links an den Hudson, 
den Lieutenant Mertz mit den reitenden Jägern 
aber rechts in die Gegend von Dobbs-Ferry. 
Der letztere gerieth in einen Hinterhalt Ameri 
kanischer Reiterei, und von Donop, der ihm zu 
Hilfe kommen wollte, mußte auf seine eigene 
Rettung bedacht sein und sich auf eine Anhöhe 
zurückziehen. Inzwischen machte Lieutenant 
Mertz den Versuch, sich durch die zwei feindlichen 
Schwadronen durchzuschlagen, erhielt aber bald 
eine tiefe Säbelwunde in's Gesicht, wobei er die 
Nasenspitze verlor; er focht dennoch weiter, und 
als sein Pferd stürzte, wehrte er sich noch, bis 
sein Säbel zersprang; er warf nun den Korb 
weg und zog die Pistolen. Trotz der tapfersten 
Gegenwehr wurde er übermannt und mit acht 
Jägern gefangen; zwei waren gefallen und 11 
verwundet, die übrigen hatten sich durchgehauen. 
Wurmb schickte sofort, als er die Nachricht erhielt, 
den Amerikanern einen Trupp nach, sie konnten 
aber nicht mehr eingeholt werden. Am 2. 
Oktober wurde ein weiterer Strcifzug vier Meilen 
weit in's Land unternommen, aber auch dieser 
vermochte nicht, die sich zurückziehenden Feinde 
zu fassen. — 
Am 28. November 1778 wurden die Winter 
quartiere in und bei New-Pork bezogen. Das 
Jägerkorps hatte sein Winterquartier bei Flus 
hing auf Long-Jsland angewiesen erhalten, und 
da war ihm endlich nach so vielen Kämpfen auf 
einige Zeit Ruhe vergönnt, deren es dringend 
bedurfte. 
Der Feldzug von 1779 verlief ohne Haupt 
aktion. Anders sollte es werden, als der englische 
General on chef sich entschloß, eine Expedition 
nach den südlichen Kolonien zu unternehmen, um 
hier durch Eroberung von Charlestown, der 
Hauptstadt Süd-Karolina's, die Herrschaft des 
Königs wieder zu befestigen. Schon im Dezember 
1779 wurde ein trefflich ausgerüstetes Armee 
korps von 7—8000 Mann bei New-Pork ein 
geschifft. Bei demselben befanden sich zwei Kom 
pagnien hessische Jäger unter dem Kommando 
der Kapitäne Heinrichs und Bedungen. Ewald
	        

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