Full text: Hessenland (5.1891)

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Richard Wedel, Ueber das Dolcritgebiet der Breit 
first und ihrer Nachbarschaft. 37 S. mit 2 kol. 
Taf. Berlin. L. Schade. 
Wo sich die Rhön nach Süden abflacht, liegen zwei 
kleinere Höhenzüge, die nach dem Spessart ziehende 
Breitfirst und der Landrücken, welcher sich nach dem 
Vogelsberge erstreckt. Erstere rechnet man ganz zur 
Rhön, letzteren aber nur bis zum Distelrasen bei 
Elm, wo ihn die Eisenbahnlinie Fulda-Hanau über 
schreitet. Er bildet die Wasserscheide zwischen Weser 
und Rhein, während die Breitfirst ganz dem Strom 
gebiet des Rheins angehört. Die Breitfirst ist mit 
prächtigen Buchenwäldern bedeckt, der Landrücken 
trügt nur auf seinen Höhen etwas Waldung und ist 
im Uebrigen Ackerland. Im Süden der Hauptwasser 
scheide befinden sich verhältnißmäßig rief eingeschnittcne 
Thäler, im Norden dagegen senkt sich das Gebirge 
ganz allmälig gegen das Fuldathal. Von der höchsten 
Erhebung, dem Frauenberg (auch Taufstein oder 
Frauenstein, nach einem Steinaltar aus der Heidenzeit so 
genannt), sowie vom nahen Sparhöfer Küppel hat man 
eine schöne Rundsicht. 
Die Untersuchung der geologischen Verhältnisse dieses 
Gebietes bildet den Inhalt des oben genannten Merk 
chens. Das Ergebniß dieser Untersuchung ist, kurz 
zusammengefaßt, folgendes: der Hauptantheil an 
der Zusammensetzung der Gegend fällt der Trias 
zu. Die nächst jüngeren Ablagerungen gehören der 
Tertiärzeit an. Damals bildeten sich die ziemlich ! 
mächtigen kohlensührenden Thone. Dann wurde die ! 
Gegend der Schauplatz einer bedeutenden vulkanischen 
Thätigkeit, dieser verdanken ihr Entstehen die Nephelin 
basalte und Limburgite, dann die olivinhaltigen dichten 
und später die doleritischen Plagioklasbasalte. Die 
eruptive Thätigkeit wurde mindestens einmal unter 
brochen, wie die dazwischen gelagerten Tufsschichten 
beweisen. Nach Aufhören der vulkanischen Thätigkeit 
trat eine wesentliche Neubildung von Schichten nicht 
mehr ein; die Verwitterung der Basalte lieferte im 
Verein mit den zusammenschlämmenden Gewässern 
unbedeutende Ablagerungen von Lehm. Dr. A. 
Otto Müller, Bacillariaceen aus Java. 1. — 
Berichte der deutschen botanischen Gesellschaft. 
Berlin 1891. 
In dem Habichtswald bei Kassel, und zwar ober 
halb des Asch, rechts von dem nach dem Herkules führen 
den Wege, findet sich der besonders durch seine Fisch- 
und Käferabdrücke berühmte Polirschiefer. In ihm 
kommt auch eine Bacillariacee vor, welche im Jahre 
1840 zuerst von Chr. G. Ehrenberg als Gallionslla 
undulata beschrieben worden ist und später von Fr. 
Tr. Kützing den Namen Melosira undulata erhalten 
hat. Sie ist bislang nur fossil und allein indem 
gedachten Polirschiefer gefunden worden. Neuerdings 
hat nun der Verf. der oben genannten Abhandlung 
die übrraschende Entdeckung gemacht, daß die in 
Rede stehende Bacillariacee sich lebend im Schlamme 
von Kottabatu bei Buitenzorg auf Java findet. Die 
Identität der in unserem Polirschiefer abgelagerten 
Art mit jener von Prof. Tschirch in Kottabatu lebend 
gefundenen ist von O. Müller unzweifelhaft festgestell 
worden. Bemerkenswerth ist weiter die Thatsache 
daß beiden in Rede stehenden Lokalitäten noch andere 
Arten gemeinsam sind, worüber sich Müller weitere 
Mittheilungen vorbehält. Dr. A. 
Bei der Redaktion des ^Hessenlandes* sind von 
neu erschienenen Schriften eingegangen: 
Meine Dienstzeit. Friedens- und Kriegs 
erinnerungen von 1869—1871 von I. Duering. 
Marburg, N. G. Elwert'sche Verlagsbuchhandlung. 
1691. 
Chronik der Stadt Vacha. Von Paul 
Grau, Lehrer. Leipzig, Verlag von Wolfgang 
Gerhard. 1892. 
Das Kasseler Gyrnnasium der sieben- 
ziger Jahre. Erinnerung eines Schülers aus 
damaliger Zeit. Berlin, Walther und Apolant's 
Verlagsbuchhandlung. 1891. 
Die Besprechung dieser Schriften folgt in einer- 
späteren Nummer. 
Briefkasten. 
II. K.-J. München. Empfangen Sie unseren verbind 
lichsten Dank für Ihre gütigen Zusendungen. 
M. H. Regensburg. Sie haben uns durch Ihre Zu 
sendung sehr erfreut und halten wir uns Ihnen dafür zu 
aufrichtigen! Danke verpflichtet. 
6. P. Wächtersbach. Ist uns sehr erwünscht gekommen. 
Wird in der nächsten Nummer zum Abdrucke gelangen. 
Freundlichsten Gruß. 
E. B. Vaake. Mit Dank angenommen. 
W. B. Kassel. Wird in aller Kürze besorgt. Näheres 
brieflich. Besten Dank und freundlichsten Gruß. 
G. A. und 0. Kassel. Sie erhalten in den nächsten 
Tagen Antwort. 
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: F. Zwenger in Fulda, Druck und Verlag vonFrtedr. Scheel in Kassel.
	        

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