Full text: Hessenland (4.1890)

Das --Hesferrlarrd", Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatlich 
zu Anfang und tn der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von U/2—2 Bogen Quartformat. Der Abonnementspreis 
beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg. Einzelne Nummern kosten je 30 Pfg. Anzeigen werden mit 20 Pfg. 
für die gespaltene Petitzeile berechnet. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder 
durch den B u ch h a n d e l, auf Wunsch auch unter Streifband bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei 
von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, Bestellungen, ebenso Anzeigen an. Zn der Post-Zeitungsliste für das Jahr 1890 
findet sich das „Hessenland" eingetragen unter Nr. 2772. 
Inhalt der Nummer 16 des „Hessenland": „Jugend — ade" Gedicht von M. Herbert; „Albrecht Christian 
Ludwig von Bardeleben; ein Erinnerungsblatt von Carl v. Stamford ; (Forts.); Verbannung. 1832—1844; „Rhön und 
Spessart, die kleine Vendee", von F. Zwenger (Schluß); „Die 56. Jahresversammlung des Vereins für hessische 
Geschichte und Landeskunde" (Schluß); „Die Lene aus dem goldenen Schwan", Novelle von M. Herbert (Forts.); 
Aus alter und neuer Zeit; Aus Heimath und Fremde; Hessische Bücherschau; Briefkasten. 
ie Kam zu mir im leichten Kleid, 
Mit Dosen, Flitter und Geschmeiß. 
Ihr holdes Änlich, licht und warm 
Schmieg! lächelnd sie an meinen Arm. 
Sprach dann mi! Äugen vorwurfsvoll! 
Ich weiß nicht, ob ich's fggen soll? 
And dennoch muß gesagt es sein: 
„Mein Freund, ich laß' Dich jetzt allein. 
Sieh her! ich war Dir wirklich gut! 
Ich lieble deinen jungen Muth, 
Den stolzen Gang, dein froh Gesicht! 
Schriebst mir manch' zärtliches Gedicht! 
Nun aber wirst Du stumm und Kalt — 
Das macht, mein Liebling — Du wirst all! 
Du sprichst so wenig, denkst so viel! 
Nennst athemlos von Siel zu Siel 
Und wenn rin Mensch Dir reicht die Hand, 
Fragst Du nach Werth und nach Verstand!" 
„So geh' denn hin!" ries ich im Sorn. 
„Du Dose zeigst gar scharfen Dorn — 
Wirst untreu und hast kalken Dlick!" 
Sie wich gedankenschnell zurück 
And schwand hinweg. Sie grüßte kaum. 
Nahm mit sich Poesie und Traum. 
Verschmerzt sie bald im Lebensörang — 
Lauscht and'rem Lied und tief'rem Sang. 
Doch wenn manch' jungen Fant sie Küßt — 
Wie mir das doch am Herzen frißt. 
And ob sie noch so treulos sei 
And noch so schnell und noch so frei! 
Db Lug auch ist — was sie verhieß — 
Ihr Kuß war dennoch sch — so süß — 
And heute noch — nach Jahr und Tag — 
Wein' ich ihr kranken Herzens nach. 
W. Kerörrt.
	        

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