Full text: Hessenland (2.1888)

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uns den ächten Vater seines Volkes zu Leimbach auf 
der Schwalm im Hause des Bauern Hans Hose; 
nur dürften hier Fürst und Unterthan einander doch 
etwas zu vertraulich nahe gerückt sein. Das 6. Bild 
stellt uns Denys Papin vor, wie er dem Landgrafen 
seine Dampfmaschine erklärt. 
Wahre Kabinetsstücke endlich sind die beiden letzten 
Bilder, die ich unstreitig für die besten halte: dieKaffee- 
riecher, Genrebild aus der Zeit des Kaffeeverbots 
in Kassel, 1797; und die Brüder Jakob und 
Wilhelm Grimm bei der Märchenfrau in Nieder 
zwehren (um 1814). 
Dem Künstler gebührt der Dank aller Hessen, 
daß er jenen eingangs dieser Anzeige ausgesprochenen 
Mangel zum Theil beseitigt und uns Darstellungen 
aus unsres Volkes Geschichte gegeben hat, die Auge 
und Herz erfreuen; ebenso der Verlagshandlung für 
die würdige Ausstattung. Die photographische Ver 
vielfältigung in C. Machmar's Atelier zeigt, daß 
auch in dieser Hinsicht Kassel nicht zurückgeblieben 
ist. Hoffentlich ist die vorliegende nur eine erste Reihe, 
der weitere Bilder unseres Landsmannes bald folgen 
* werden. H. Br. 
Soeben ist das bereits von uns angekündigte Epos 
Ulrich von Hutten von Carl Preser in Pracht 
voller Ausstattung im Verlage von Ernst Hühn 
dahier erschienen. Die Besprechung dieser Dichtung 
unseres hessischen Poeten folgt in der nächsten Num 
mer unserer Zeitschrift. 
Eine interessante genealogische Arbeit steht in Aus 
sicht. In aller Kürze wird, wie wir hören, ein 
Stammbuch der Althessisch en Ritterschaft 
des Kurfürstenthums Hessen erscheinen, wel 
ches die Stammtafeln der 39 zur Althessischen Ritter 
schaft gehörigen Familien enthalten wird. 
Die Marburg. Von Schulte vom Brühl. 
Leipzig, Voß (G. Haessel), (38 S.) 50 Pf. 
Das kleine, schön ausgestattete Heftchen bildet 
einen Theil eines größeren Werkes: „Deutsche 
Schlösser und Burgen von Schulte vom Brühl/ dessen 
Erscheinen auf die Dauer von Jahren berechnet ist 
und das den Zweck verfolgt, „dem deutschen Volke 
in angenehmer und verständlicher Form eine Schil 
derung jener Stätten zu bieten, welche zum Theil 
nur noch als Ruinen erhalten, durch malerischen 
Reiz und mehr noch durch die mit ihnen meist ver 
knüpfte Sage und Geschichte bei Jedermann ein 
großes Interesse erregen." Heft 4 dieses Werkes 
beschäftiget sich mit dem Schloß Marburg, giebt 
eine Beschreibung desselben in Wort und Bild 
(12 wohlgelungenen Holzschnitten) unter eingehen 
der Berücksichtigung der interessanten Geschichte 
unserer stolzen Burg, die wie wenige andere deutsche 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Z w e n g e 
Burgen uns erzählt von den deutschen Religions 
bewegungen und von dem Ruhme edler Fürsten- 
geschlcchter. A. 
Darstellung der Gebietsveränderungen 
in den Ländern Sachsens und Thüringens 
von dem 12. Jahrhundert bis heute von Adolf 
Brecher. Berlin 1888, Dietr. Reimer. 80 Pf. 
Der Verfasser, welcher durch seine „historische 
Wandkarte zur Uebersicht der territorialen Entwicke 
lung des brandenburgisch-prenßischen Staates" manchem 
Leser des Hessenlandes bekannt sein wird, giebt hier 
fünf auf einem Blatte vereinigte Karten, die vor 
züglich im Stande sind, über die komplicirten sächsi 
schen und thüringischen Territorialverhältnisse zu 
orientiren. Wir erwähnen das Schriftchen hier, 
weil zwei der Kartenskizzen auch unser Heimathland 
mit einbegreifen: I. (im Maßstabe von 1 : 3 770 000) 
behandelt Thüringen, Hessen und Sachsen vom 12. 
bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts und II. (Maß 
stab von 1 .-2700000) dasselbe von 1485—1650. 
Die übrigen Karten behandeln nur sächsische und 
thüringische Staatsgebiete, insbesondere gewährt Karte V. 
einen guten Ueberblick über das Verhältniß von 
Sachsen und Polen in der Zeit von 1697 bis 1813. 
A. 
Anfrage. 
Wenn man von Kassel nach Philipp inen- 
hof die Fahrstraße geht, gewahrt man auf einer 
Anhöhe zur Rechten, unweit der Ritter'schen Back 
steinfabrik eine von zwei Linden beschattete steinerne 
Bank und vor derselben einen rohen Felsblock, in 
welchen die Worte eingemeiselt sind: 
homo semper memor esto Bei 
ubique locorum presentis. 
Kann einer der geehrten Leser dieser Zeitschrift an 
geben, welche Bewandtniß es mit diesem Steine hat? 
S. 
Briefkasten. 
L. Bockenheim. Ihre Einsendung soll — vielleicht mit 
einer kleinen Abänderung — erscheinen. Nur wäre es der 
Redaktion angenehm, wollten Sie mit einem Namen, an 
statt mit Buchstaben unterzeichnen. Auch ein Pseudonym 
ist gestattet. 
G. R. Hohenstein bei Chemnitz. Die nach Bockenheim 
gerichtete Notiz gilt auch Ihnen; noch bemerken wir, daß 
wir eines oder das andere Ihrer Gedichte auswählen 
würden. 
K. F. Kassel. Freundlichen Dank. Soll Verwendung 
finden. 
K.-B. Kassel. »Ein altes Lied" angenommen. 
C. P. Wächtersbach. Wie Sie sehen, sehr willkommen. 
H. F. Bromberg. Für Ihr liebenswürdiges Schreiben 
besten Dank. Ihre Einsendungen werden geprüft werden, 
worauf Sie Bescheid erhalten. 
J. H. L. Hanau. Geht beim besten Willen nicht. 
A. T. Wien. „Freude" soll bald unsere Leser erfreuen. 
in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.
	        

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