Full text: Hessenland (2.1888)

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Zerstreuung ihrer Bedeckung bei dem Dorfe Maresch; 
vom 25.—30. August bei Verfolgung des Feindes 
im Riicken der Festung Schumla. Für die bei eben 
genannten Fällen bewiesene Auszeichnung wurde er 
durch Verleihung des Ordens der heiligen Anna be 
lohnt (St. Annen-Orden 1. Klasse mit der Aufschrift: 
für Tapferkeit). Nach dem Friedensschluß mit der 
Ottomanischen Pforte blieb er im Winterquartier 
im Babodoy'schen Gebiet bis zum 26. April 1830, 
wo er die Donau überschritt und in die Grenzen 
des Reiches zurückkehrte. — 2) 1831 im Kriege 
gegen die polnischen Aufständischen innerhalb der 
Grenzen des Reiches am 7. April Gefecht mit dem 
Korps Dwernitzky beim Flecken Baromli; für die 
dabei bewiesene Auszeichnung wurde ihm der St. 
Annen-Orden 3. Klasse am Bande verliehen; am 
13. April Herausdrängen des Oberwähnten nach 
Galizien; den 3. Juli betrat er das Königreich Polen; 
vom 13. war er bei der Belagerung der Festung 
Samoszje (Zamosc); den 27. August Detachements- 
Gefecht gegen die Aufständischen beim Flecken Janowa; 
dem Dorfe Lipa; vom 3.— 6. September bei der 
Verfolgung des Korps Romarino bis über die 
österreichische Grenze; 10. Oktober Uebergabe der 
Festung Samoszje, die sich bedingungslos Sr. Ma 
jestät ergeben hatte. — Bei verschiedenen Uebungen, 
Besichtigungen, Manövern bewies das Regiment voll 
kommene Genauigkeit und Pünktlichkeit rc., wofür 
unter folgenden Daten die Allerhöchste Zufriedenheit 
ausgedrückt wurde: 12. September 1833; 1835 den 
15. April; den 8., 17, 28. Juni; den 4., 5. und 
11. Juli. — Er ist Inhaber der silbernen Medaille, 
welche Allerhöchsten Orts für die Theilnehmer an 
dem Kriege gegen die Türken in den Jahren 1828 
und 1829 gestiftet wurde, ferner des dem König 
reich Polen angehörende Ehrenzeichens für militärische 
Verdienste (4. Klasse). Er ist des Lesens und 
Schreibens kundig: in russischer, deutscher und fran 
zösischer Sprache. — Urlaub zur Reise in die Heimath 
(Ausland) hatte er vom 17. April 1832 
auf die Dauer von 6 Monaten, nach deren Ablauf 
er zur rechten Zeit erschien. Bestraft wurde er 
keinmal, stand auch nicht vor Gericht, Vor 
würfen und Unzufriedenheit war er nicht unter 
worfen. Er ist unverehelicht. Auch bezeigte er sich 
des ihm verliehenen Zeichens für ausgezeichnete, 
tadellose Dienstführung und oberwähnter Beförderung 
würdig. Als Abgeordneter des Adels hat er nicht 
fungirt. Er hatte weder Schulden noch hat er ver 
nachlässigt, seinen Verbindlichkeiten, wo er welche hatte, 
nachzukommen oder zur bestimmten Zeit Rechenschaft 
in Dienstangelegenheiten, wenn er solche abzulegen 
hatte, zu erledigen. Klagen war er nicht unterworfen. 
Mangel an Strenge bei Verrichtung seiner dienst 
lichen Obliegenheiten und in seiner Eigenschaft als 
Vorgesetzter kann ihm nicht vorgeworfen werden. Den 
Anforderungen des Dienstes gemäß, duldete er bei 
seinen Untergebenen keinerlei Unordnung, Ungenauig 
keit, Ungehörigkeit. Ein unziemliches Benehmen 
(Aufführung) ist niemals an ihm wahrgenommen 
worden. — Laut Befehl Sr. Majestät wird er auf 
sein Nachsuchen wegen häuslicher Angelegenheiten oder 
Umständen am 16. Januar 1836 vom Dienst ent 
lassen. Solches bescheinige ich, kraft der mir Allerhöchst 
verliehenen Vollmacht durch Beidrückung des Wappens 
meines Siegels 
Hauptquartier in Warschau, 
am 30. Mai 1836, 
Graf Paskewitsch Eriwanski, 
Feldmarschall Sr. Majestät nleines Allergnädigsten Kaisers 
General-Adjutant; Hauptkommandirender der Aktiv-Armee 
Inspektor der Infanterie; Chef des Infanterie- und Jäger- 
Regiments meines Namens; Statthalter deö Königreichs 
Polen; Mitglied des kaiserlichen Raths; Inhaber des 
Porträts Sr. Majestät in Brillanten; der Orden: St. 
Andreas des Erstberufenen mit Brillanten; des Groß 
märtyrers und siegreichen St. Georg (Großkreuz t. Klasse); 
St. Alexander Newski mit Brillanten; des weißen Adlers; 
St. Annen-Orden i. Klaffe mit Brillanten. Dann der 
ausländische, Preußischen: Schwarzer Adler in Brillanten 
und Rother Adler-Orden 1. Klaffe: Persische Löwen- und 
Sonnen-Orden an goldener Kette und türkischer Mond- 
Orden. - Inhaber des goldenen Säbels mit Brillanten, 
mit der Aufschrift: Für Besiegung und Unterwerfung der 
Perser bei Elisabethpol: des goldenen Säbels mit der 
Aufschrift: Für Tapferkeit und i goldenen Säbels mit 
Brillanten, verliehen von Sr. Majestät dem Könige von 
Preußen. Inhaber des polnischen Ehrenzeichens für mili 
tärische Verdienste (l. Klasse); Fürst von Warschau.*) 
Die Aufschrift des Ukas lautet: Ukas betreffend: 
Die Verabschiedung des wegen häuslicher Umstände 
den Dienst quittierenden Premier-Lieutenants Frei 
herrn von Pappenheim, Husaren-Regiment „Prinz 
von Gremien“. 
Bemerkung. Die Rangverhältnisse damals in der 
russischen Armee wäre etwas anders als in der 
deutschen. Ein Körnet der russischen Armee hatte 
den Rang eines Unterlieutenants; Lieutenant war so 
viel als Premierlieutenant und Premierlieutenant in 
der Garde so viel wie Rittmeister in der Linie. -- 
Die Erlebnisse des Freiherrn Alfred von Pappen 
heim im kurhessischen Dienste von 1826 -1828 und 
im russischen Dienste von 1829—1836, nach hinter 
lassenen Papieren, werden demnächst im Drucke er 
scheinen, und werden wir s. Z. auf die in Aussicht 
stehende interessante Schrift zurückkommen. 
*) Diese vielen Titulaturen mögen uns heute kurios 
vorkommen, aber gerade deshalb haben wir sie genau nach 
dem Manuskript verzeichnet. Haben sie doch auch in ge 
wissem Sinne ein kulturhistorisches Interesse. Und haben 
es denn damals die Herren Gelehrten in Deutschland 
anders gemacht?, wußten sie nicht immer und immer 
wieder bei jeder schicklichen oderauch unschicklichen Gelegen 
heit ihrem Namen die Titel anzuhängen, die sie als Mit 
glieder allermöglichen gelehrten Gesellschaften beanspruchen 
konnten?!
	        

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