Full text: Hessenland (8.1894)

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So blits 74 ) doch Woahr un blit geweß, 
Dvß der beim hütge FölLerfest 
Gewiß der Blotzknächt 75 ) es gewest. 
Be dar abtrot, da kohmere vill 7Ö ) 
Als zwäh 77 ) o zwäh be Koppelgill 78 ), 
Jeder Hot e Kommet ohn, 
E Deng als be en Weiberkrohe 79 ). 
De alle drohte als sürron 89 ). 
De Jonge kohme nachgezohe. 
Se genge paarwies bis zum Eng, 
Woarn nischt als luitter jonge Fällg 87 ). 
Des Kromme sin Suih 82 ) von Zerkemich 83 ) 
Woar a debei, ich kahnt en glich. 
Ich wollt gern ebbes mit ihm koos 84 ), 
Geng hallig 8 ^) trabes offen 83 ) los. 
Keng! dankt! de schroabe Lüt 87 ), do hollse 88 ) 
Mich so gezwankt, zuröck gedonse 89 ), 
Daß kommig 00) hon der Ziet gehatt 
On Widder konnt zurück getratt. 
So mekt 94 ) ich doch au gern geweß 92 ), 
Ob mer das ebber Wallüt Heß 93 ) ? 
Doch hon ich von kemm 94 ) net e Wort 
Von Lütgesang, Gebet gehört. 
E städtisch Weibsdenk 9 ^) stöhn") grod doh. 
Dos frägt ich: Härt! könnt ersch gesoah 87 ), 
Bos 98 ) es da dos? bär senn de Lüt? 
Geh, soat mersch doch, bos das bedüt! 
Ich gann der Käs all! e gallz Hambel")! 
Se säet: Du alber Bauerschtrampel 10 °)! 
Weißt dll net, be lül ) de Dockter wern? 
Säeß 49 ^ bas senn lauder gelehrte Herrn! 
Se säet: De ronde, ekete Hüt 
Die mache gleich gelehrte Lüt. 
On be se nur de Mäntel krenn, 
Stäckt Dockter glich leibhastig brenn. 
Ich stutzt: bann doch dos em Ground es wohr. 
Toß Keng so schweng 49 3) krenn hohe Lahr 49 ^ 
So will ich glich de Jüde sräg 105 ), 
Bo mer de Mäntel kennt gekreg 106 ). 
Ui Jetig 79 7), pe hotts mich gemott 49 ch, 
Daß du grod hast de Gill gehott 109 ), 
Bo ich da woar beim Föllersest, 
Säest: bann de wärscht bei mir gewest 
Kötz, Meder, Stremp 110 ) hätt ich versotzt 444 )!! - 
Mit Hot on Mahndel dich gebotzt 112 ). 
Banns doch so lustig do geht hür, 
Häst dll mer müßt en Dockter wär. 
h Goldene (goldige), 2 ) Kinder, 3 ) Fulda, 4 ) Lebtag, 
5 ) glauben, 6 ) Ort, 7 ) Nachbar, 8 * ) zehn, 9 ) Kreuzer, 
10 ) schuldig, “) Tracht, 12 ) Milch, 13 ) Stadt, ") ver 
kaufen , ") war es, Leute laufen, 17 ) Wüthen, 
18 ) Kriegsschaar, ") stehn, 29 ) Thüre, 21 ) oder, 22 ) Feuer, 
23 ) Pfeifen, 24 ) Gebt Achtung, 26 ) Hauptmann, 26 ) rund, 
27 ) wie, 28 ) Kugel, 29 ) Obermaul, 30 ) Fliegenwedel auf 
dem Hut, 3 Y stand. 32 ) Fuldischen Krieger, 33 ) hinter 
dem 34 ) seine Büchse, 3 ^) Schieß loch, 33 ) jetzt, 37 ) ziehen, 
38 ) Daumen, 39 ) Ohr, 40 ) Mauer, 41 ) möchte sein, 
42 ) wenn's, 43 ) Bauersleute, 44 ) hinten bleiben, 45 ) Leute 
bohren, 46 ) draußen, 47 ) Mann, 48 ) Heerpauken, 
49 ) Höhe, 50 ) Posaunist, 51 ) getutet, 52 ) mit, 63 ) Bauch, 
64 ) wahrlich wenig, 55 ) Händel, 66 ) Kirchweih, 57 ) Linde, 
' 8 )iSpieß, 49 ) voran, 60 ) Mann, 61 ) Ding, 62 ) Glänzend, 
63 ) gelb, 64 ) spitz, 66 ) Rock, 66 ) Schulterkragen, ° 7 ) rund, 
68 ) hinunter, 69 ) Strumpf, 70 ) unten, 71 ) Kopf, 72 ) Milch 
topf, 73 ) Schulze, 74 ) bleiblls, 75 ) Platzknecht (maître de 
plaisir), 76 ) kamen ihrer viele, 77 ) zwei, 78 ) Koppelpferde, 
79 ) Weiberkragen, 89 ) traten stets voran, 81 ) Fant, 
82 ) Sohn, 83 ) Zirkenbach, 84 ) kosen (unterhalten), 85 ) halt 
(eben), 86 ) auf ihn, 87 ) schlechten Leute, 88 ) haben sie, 
89 ) gezogen, ") kaum ich, 9 h möchte, 92 ) wissen, 93 > Wall 
leute (Wallfahrer) heiße, 94 ) keinem, 9 ^) Weibsbild, 
") stand, 97 ) ihr es sagen, 98 ) was, ") Hand voll, 
"0) Bauerntrampel, 101 ) wie, 102 ) sieh es, 103 ) geschwind, 
104 ) Lehre, 105 ) fragen, 106 ) bekommen, 107 ) O Jerum, 
108 ) augemuthet, 109 ) Pferde gehütet, 110 ) Strümpfe, 
411 ) versetzt, 112 ) geputzt. 
Mein Onkel Georg. 
Von Frida Storck. 
(Schluß.) 
^Nachrichten von den Seinen schreckten Georg un- 
sanft aus der kurzen Idylle auf. Der Vater 
lvar schwer leidend. Alan kämpfte daheim 
wieder mit Sorgen aller Art. An den wohlver- 
forgten Sohn erging die Aufforderung, zwei 
jüngere Brüder zu sich zu nehmen, damit selbige 
das Gymnasium unter seiner Leitung besuchen 
könnten. Das schlug alle Zukunststräume in die 
Flucht. Nun konnte er nicht daran denken, um 
die Geliebte zu werben. Sein geringes Einkommen 
war so kaum hinreichend, wenn die beiden kräftigen 
Jungen mit ihrem neidenswerth guten Appetit 
bei ihm zu Tische saßen. Wilhelm lvar zehn, 
Fritz zwölf Jahre jünger als Bruder Georg. 
An dem Tage, da er schriftlich nach Kassel meldete, 
er habe die Buben bereits zum Beginn des Schul 
jahres angemeldet, begrub er still und resignirt 
seine Hoffnung aus eignes Familienglück. Unendlich 
schwer mag ihm dies zweite bittere Entsagen an 
gekommen sein. Nachdem er es überwunden, gab
	        

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